VW Polo und Seat Ibiza: Problem am hinterem Sicherheitsgurt - Rückruf gefordert

09.05.2018 13:28 Uhr | geronimo

Im Volkswagen-Konzern könnte demnächst ein größerer Rückruf anstehen, von dem neben dem neuen VW Polo auch die ebenfalls recht jungen Modelle Seat Ibiza und Seat Arona betroffen sind. Auslöser ist ein grundsätzliches Problem mit dem Schloss eines Sicherheitsgurtes, das sich während eines schnellen Spurwechsels öffnen kann

Bei einem Ausweichmanöver mit den in der Einleitung genannten Fahrzeugen kann es laut einem Bericht der finnischen Autozeitung Tekniikan Maailma (auf deutsch Technikwelt) dazu kommen, dass sich das Gurtschloss auf dem linken hinteren Sitz löst, wenn auf der Rückbank fünf angeschnallte Personen sitzen. Aufgefallen ist dies bei einem Test des kleinen SUV Seat Arona, doch auch die baulich eng verwandten Baureihen Ibiza und Polo sind betroffen, die alle auf der MQB A0 Plattform basieren und mit Sicherheitsgurten von Takata ausgestattet sind. Ursache ist, dass der höher positionierte Halter des mittleren Gurtes bei schnellen Spurwechseln auf das tiefer angeordnete Schloss des linken Mitfahrers drückt und dieses entriegeln kann. Die Zeitschrift formuliert die Ursache so: „Der Grund für die Entriegelung ist eine Kombination aus Schlosskonstruktion und zu sensiblen Entriegelungsknöpfen in den von Takata hergestellten Schlössern“. [Anmerkung: wie uns per Mail mitgeteilt wurde, hat Takata „lediglich die Sicherheitsgurte der besagten Fahrzeuge produziert, ist aber nicht Hersteller der Gurtschnallen bzw. der Schlösser“. Wer die Gurtschlösser tatsächlich produziert hat, ist uns nicht bekannt.]

In der nachfolgenden Grafik wird das Problem veranschaulicht.

Das ist natürlich ein gravierendes Problem, denn die genannten Fahrmanöver finden zumeist in gefährlichen Situationen statt, in denen alle Insassen möglichst angeschnallt sein und auch bleiben sollten. Dementsprechend haben bei Seat natürlich sofort die Alarmglocken geschrillt, als man über das Problem unterrichtet wurde. Bei eigenen Untersuchungen konnte man das dann auch nachvollziehen, wie Seat-Kommunikationsdirektor Christian Stein sagte: „Basierend auf den Analysen in unserem Werk haben wir das Sicherheitsgurtproblem identifiziert, das Tekniikan Maailma in den Tests gefunden hat. Wir arbeiten an möglichen Lösungen dafür und wir werden so schnell wie möglich über die endgültige Entscheidung informieren“. Ähnliche Untersuchungen werden jetzt auch bei VW angestellt. Dabei dürfte es eigentlich nur eine Konsequenz geben, die auch die Finnen fordern: eine groß angelegte Rückrufaktion für alle betroffenen Fahrzeuge in allen Ländern, in denen sie ausgeliefert wurden.

Update, 14.05.2018, 14:11 Uhr: Inzwischen hat der Volkswagen-Konzern reagiert. Details dazu gibt es hier.

(Quelle: Auto Express)

Meinung des Autors

Wenn sich ein Sicherheitsgurt während der Fahrt löst, kann das lebensgefährlich werden.Doch genau dieses Problem gibt es derzeit bei den neuen Fahrzeugen VW Polo sowie Seat Ibiza und Arona. Bevor sich Volkswagen (hoffentlich) zu einem Rückruf durchringt, bleibt nur ein Trost: in Kleinwagen sind eher selten fünf Personen auf einmal unterwegs.

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