VW Golf VIII ab 2018: kompakter, leichter und mit Hybrid für alle

08.08.2017 14:14 Uhr | geronimo

Eigentlich war die 8. Generation des VW Golf bereits im nächsten Jahr erwartet worden. Doch das aktuelle Modell muss noch ein wenig länger durchhalten, denn der Nachfolger soll erst Ende 2019 kommen. Dafür wird es aber einige ungewöhnliche Schritte geben, wie unser Ausblick auf den kommenden Kompaktwagen zeigt

Im Januar letzten Jahres haben wir einen ersten Ausblick auf den kommenden Golf gewagt. Damals war der auch als Dieselgate bekannte Abgas-Skandal nicht einmal vier Monate alt und bei Volkswagen träumte man von einem sechsjährigen Modellzyklus. Seitdem ist bekanntlich viel passiert, weswegen der derzeitige Golf eben doch die in der Branche durchaus üblichen sieben Jahr durchhalten muss. Für VW ist das aber auch eine Chance, sich bei der Entwicklung eines umweltfreundlichen Fahrzeugs etwas mehr Zeit zu gönnen.

Der neue Golf VIII soll nämlich ein Konzept übernehmen, das bislang nur bei wenigen Fahrzeugen wie dem Audi Q8 oder der BMW 7er Reihe zum Einsatz kommt. Der sogenannte Mild-Hybrid-System auf Basis eines 48-Volt-Bordnetzes soll unter anderem der Start-Stopp-Automatik helfen und das Anfahren sparsamer machen. Die zusätzliche Unterstützung ist bei weitem nicht so groß wie bei einem Voll-Hybrid mit Akku und Elektromotor, doch dafür ist das System vergleichsweise kostengünstig und wird daher wohl in nahezu allen Versionen des Golf VIII verbaut. Ein zusätzlicher Plug-in-Hybrid gilt aber als gesetzt. Einen rein elektrischen e-Golf wird es hingegen nicht mehr geben. Denn parallel zum 8. Golf sollen auch die ersten Elektrofahrzeuge auf Basis des neuen Modularen Elektrobaukasten (MEB) vorgestellt werden, bei denen die Akkus analog zu Tesla im Fahrzeugboden verbaut sind. Ein Elektro-Golf auf anderer Plattform würde da nicht ganz ins Bild passen.

Beim Antrieb wird hauptsächlich auf den neuen 1,5-Liter-Motor gesetzt, den es als Benziner und Diesel gibt. Losgehen wird es allerdings mit dem 1,0 Liter großen Dreizylindern, die ab rund 100 PS leisten dürften. Am anderen Ende der Leistungsskala werden die bekannten Vertreter Golf GTI mit bis zu 250 PS und Golf R mit bis zu 350 PS antreten. Es ist davon auszugehen, dass alle Fahrzeuge – also auch die Direkteinspritzer-Benziner – zumindest theoretisch mit umfassender Abgasreinigung inklusive Partikelfilter ausgestattet sein werden.

Der neue Golf wird auf einer überarbeiteten Plattform aus dem Modularen Querbaukasten aufgebaut, die dank Leichtbaumaterialien 70 kg weniger Gewicht haben soll. Insgesamt soll der Neuling etwas kompakter wirken (und eventuell mit geringeren Maßen auch sein), was unter anderem durch eine abgesenkte Motorhaube und schmale LED-Scheinwerfer erreicht wird. Am Heck wird der Golf 8 hingegen etwas quadratischer, was ihn einerseits markanter, andererseits auch etwas „zugänglicher“ machen soll. Im Innenraum wird der digitale Instrumententräger aktueller Top-Modelle möglicherweise quer durch alle Versionen eingesetzt, analoge Anzeigen würden dann komplett der Vergangenheit angehören. Die Steuerung der meisten Funktionen soll über die verbauten Touchscreens sowie Gesten erfolgen, echte Schalter und Knöpfe wird es nur noch wenige geben.

Die Premiere soll auf der IAA 2019 erfolgen, im Handel und bei den ersten Kunden soll der Golf VIII bereits kurz danach ankommen.

(Mit Material von: Auto Express)

Meinung des Autors

Der Golf ist für Volkswagen das mit Abstand wichtigste Fahrzeug. Da ist es schon verständlich, wenn man angesichts der aktuellen Ereignisse die Entwicklungszeit der 8. Generation verlängert. Das spart erst einmal Geld, und eröffnet zudem neue Möglichkeiten. Immerhin soll der Namensgeber einer ganzen Fahrzeugklasse weiterhin die Messlatte sein.

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