Verkehrsgerichtstag in Goslar debattiert über Unfallflucht nach Parkrempler - diskutieren Sie mit

25.01.2018 15:41 Uhr | maniacu22

Als Autobesitzer ist es den meisten Lesern hier sicherlich auch schon einmal so ergangen, dass beim Ein- beziehungsweise Ausparken oder auch dem Öffnen der Tür ein anderes Fahrzeug, eine Laterne oder ein Straßenschild beschädigt worden ist. Bei solchen leichten Schäden ist es durchaus üblich, einen Zettel mit den persönlichen Daten hinterlassen, so dass sich der Geschädigte im Ernstfall melden kann. Diese Vorgehensweise stellt allerdings eine Unfallflucht nach dem Paragrafen 142 des StGB dar. Nicht mehr zeitgemäß sagen die einen, überholungsbedürftig die anderen. Im Rahmen des aktuell in Goslar tagenden Verkehrsgerichtstages werden derzeit die Pros- und Contras debattiert, welche nun auch hier im Forum diskutiert werden können

Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden zufolge, ist bei der Zahl an schweren Unfällen mit Sachschäden in den vergangenen 25 Jahren ein Rückgang zu verzeichnen. Allerdings soll sich die Anzahl der Unfallflüchtigen nach Unfällen mit Personenschäden ziemlich konstant bei mehr oder weniger als 26.000 pro Jahr belaufen. Laut dem Auto Club Europa (ACE) soll dagegen die Anzahl der Unfallflüchtigen bei Bagatellverstößen um die 500.000 Personen im Jahr betragen, wobei die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte, da nicht jeder durch einen Parkrempler auch zur Anzeige gebracht würde.

Auch wenn ein Großteil der Autofahrer nichts vom Paragrafen 142 des deutschen Strafgesetzbuches weiß und viele selbsternannte Experten diesen als mittlerweile überholt halten, sieht dieser das unerlaubte Entfernen von einem Unfallort als Straftat an, wodurch auch Parkplatzrempler gemeint sind, da diese oftmals Teil der öffentlichen Straße sind.

Im Rahmen des aktuell in Goslar tagenden Verkehrsgerichtstages wird noch bis zum morgigen Freitag darüber diskutiert, wie die Gesetzeslage in naher Zukunft aussehen wird.
Die Kontra-Sprecher sehen in einer Lockerung des Paragrafen 142 die Gefahr, dass auf deutschen Straßen zunehmend weniger Rücksicht auf anderer Verkehrsteilnehmer genommen wird. Dagegen halten die Fürworter die Beihaltung des Paragrafen und weiterführende Ahndung einer Fahrerflucht für unentbehrlich.

Meinung des Autors

Ich kann hier beide Standunkte durchaus verstehen, kann persönlich aber keinem von beiden meine Zustimmung erteilen. Meiner Meinung nach muss auch nach einem Parkrempler die Polizei informiert werden, so dass diese auch von der Wache aus den Tatbestand aufnehmen kann, ohne erst einen Einsatzwagen (bei Lackschäden etc.) losschicken zu müssen - die Streifen haben aktuell schließlich wichtigeres zu tun. Das bedeutet, dass man sich erst vom "Unfallort" entfernen sollte, wenn die Polizei über den Unfall Bescheid weiß. Wie denkt ihr darüber?
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