Tesla Roadster: Upgrade für mehr Reichweite sorgt für Kritik der Besitzer

07.01.2015 10:25 Uhr | geronimo

Ab dem Frühjahr können Besitzer des Tesla Roadster die Reichweite ihrer kleinen Cabrios deutlich erhöhen. Einer entsprechenden Ankündigung des Tesla-Chefs Elon Musk folgte aber teilweise heftige Kritik, denn offenbar sind viele Nutzer der Fahrzeuge mit den angekündigten Maßnahmen nicht wirklich glücklich

Der von 2008 bis 2012 auf Basis der Lotus Elise produzierte Roadster war bei seiner Markteinführung eine Sensation, und noch heute kann sich die theoretische Reichweite von rund 400 km sehen lassen. Elon Musk scheint das aber zu wenig zu sein, denn bereits im Juli letzten Jahres wurde ein Upgrade für den Roadster angekündigt, das die mögliche Fahrstrecke auf bis zu 644 km (400 Meilen) erhöhen wird. Inzwischen ist bekannt, dass die Umrüstung ab dem Frühjahr möglich ist und was dafür am Fahrzeug geändert werden muss. Das Gesamtpaket besteht aus drei Bausteinen, wobei das Hauptaugenmerk sicherlich auf einem neuen Akkupack liegen wird. Dank diverser Weiterentwicklungen kann der neue Akku bei gleicher Fläche und Gewicht 31 Prozent mehr Energie speichern als das bisherige Modul. Zudem wird es durch neue Anbauteile eine verbesserte Aerodynamik geben, die den cw-Wert von 0,36 auf 0,31 absenkt. Als dritte Maßnahme werden Reifen mit geringerem Rollwiederstand montiert. Dank dieser Maßnahmen soll die Reichweite um bis zu 60 Prozent erhöht werden.

Viele Besitzer des Roaster haben inzwischen ihrem Unmut über die Maßnahmen geäußert. Grundtenor der Kritik ist dabei stets der Gleiche, denn ganz offensichtlich halten etliche Besitzer eine Erhöhung der Reichweite für absolut verzichtbar. Ihnen wäre es lieber, wenn die bisherige Reichweite beibehalten würde, stattdessen aber die neue Technologie für eine Absenkung des Fahrzeuggewichts genutzt würde. Denn eines ist nicht von der Hand zu weisen: der extrem schwere Akku sorgt dafür, dass das Handling des Roadster nicht unbedingt optimal ist. Zwar liegt der Schwerpunkt durch die im Boden untergebrachten Akkus tiefer als im Spenderfahrzeug Lotus Elise, doch das zusätzliche Gewicht sorgt für deutliches Übersteuern in schnellen Kurven. Dementsprechend weisen etliche Besitzer darauf hin, dass mehr Reichweite bei einem solchen „Spaßfahrzeug“ ziemlich überflüssig sei, da der Roadster ohnehin für solche Strecken kaum genutzt wird.

So äußerte sich ein Besitzer im Tesla-Blog etwa folgendermaßen: „ich wohne in Hong Kong und komme bereits jetzt fünf mal von Küste zu Küste. Mehr Reichweite benötige ich nicht, hätte aber gerne eine leichtere Batterie“. Ein weiterer Nutzer führte an, dass er für lange Strecken ohnehin sein Model S nutzen würde. Denn auch mit dem Upgrade namens Roadster 3.0 bleibt nämlich ein großer Schwachpunkt des Cabrios bestehen: nach wie vor kann das Fahrzeug nicht kostenlos an den unternehmenseigenen Ladestationen namens Supercharger aufgeladen werden.

Neben Kritik gibt es aber auch reichlich Zustimmung, denn etliche Nutzer freuen sich über die Maßnahmen. Vor allem aber wird gelobt, dass Tesla, anders als alle anderen Hersteller, auch nach etlichen Jahren noch etwas für ältere Produkte tut. Und an dieser Einstellung könnten sich viele andere Firmen – nicht nur im Bereich Automobil – eine sehr dicke Scheibe abschneiden.

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