Tesla: neue Hard- und Software für Autopilot ab sofort in allen Autos verbaut - UPDATE

29.11.2016 16:07 Uhr | geronimo

20.10.2016, 12:19 Uhr:
Ungeachtet der aktuellen Kritik am sogenannten Autopilot, zündet Tesla die nächste Stufe zum komplett selbstständigen Fahren. Dafür werden alle ab sofort ausgelieferten Model S und Model X sowie das kommende Model 3 mit deutlich verbesserter und umfangreicherer Hardware als bisher ausgestattet. Bis diese aber genutzt werden kann, wird wohl noch einige Zeit vergehen

In unserem ausführlichen Test des Model S konnten wir uns auch davon überzeugen, wie erstaunlich gut der sogenannte Autopilot bereits funktioniert. Doch auch wir mussten feststellen, dass das neuartige System in vielen Situation schnell an seine Grenzen kommt. Und dass es definitiv nicht fehlerfrei arbeitet, haben mehrere Unfälle in der jüngeren Vergangenheit gezeigt, bei denen die Technik zumindest teilweise versagte. Fakt ist: das selbsttätige Fahren klappt in vielen Punkten längst nicht einwandfrei, auch wenn der Name Autopilot vielen Nutzern etwas anderes suggeriert.

Das ist auch logisch, denn die bislang eingesetzte Hardware ist definitiv nicht optimal. Das zeigt sich auch an den Unterschieden zu den neuen Fahrzeugen, die ab sofort vom Band laufen. Diese sind mit acht Kameras (statt wie bisher einer) ausgestattet, die einen 360-Grad-Rundumblick bis in 250 Meter Entfernung ermöglichen. Unterstützt werden diese von insgesamt zwölf Ultraschall-Sensoren, die harte und auch weiche Hindernisse doppelt so gut erkennen sollen wie die bisher verbauten Komponenten. Damit die gelieferten Daten aller Erkennungsgeräte auch verarbeitet werden können, fällt die Rechenleistung des an Bord installierten Computers 40 mal höher aus als in bislang ausgelieferten Elektroautos von Tesla.

Wie erwähnt, werden ab sofort alle Autos mit der neuen Technik ausgestattet und ausgeliefert. Doch die Sache hat gleich mehrere Haken. Eine Nutzung ist nämlich derzeit noch nicht möglich. Vielmehr sollen zuerst Daten über die Autos ermittelt werden, um die Software für alle Situationen zu rüsten. Bis zur endgültigen Freigabe des neuen Autopilot sollen nur die bereits vom aktuellen Autopilot bekannten Möglichkeiten zur Verfügung stehen, darunter der Notbremsassistent, Spurhalten und die adaptive Geschwindigkeitsregelung. Im Dezember 2016 soll die Freigabe der neuen Autopilot-Software erfolgen. Diese greift dann aber nur auf vier Kameras zu. Bis Ende kommenden Jahres erwartet Tesla-Chef Elon Musk aber eine vollständige Aktivierung des Systems mit allen acht Kameras. Dann soll es beispielsweise möglich sein, ohne einen einzigen Eingriff des Fahrers von Los Angeles nach New York zu fahren. Wie das aussehen könnte, zeigt das obige Video eindrucksvoll.

Doch das alles hat seinen Preis: in der ersten Stufe muss der neue erweiterte Autopilot freigeschaltet werden, was im Rahmen einer Bestellung 5.500 Euro kostet (bisher 3.000 Euro). Bei einer nachträglichen Freischaltung werden sogar 6.600 Euro fällig (bisher 4.000 Euro). Doch damit ist nicht getan, denn für die spätere Nutzung des komplett autonomen Fahrens werden weitere 3.300 Euro (bei nachträglicher Freischaltung 4.400 Euro) fällig. Insgesamt schlägt das neue System also mit 8.800 bis 11.000 Euro zu Buche. Bisher ausgelieferte Fahrzeuge können jedoch nicht mit der neuen Technik nachgerüstet werden, weil diese zu umfangreich und auch zu tief ins Gesamtsystem integriert ist. Und zu guter Letzt weist man Tesla auch darauf hin, dass lokale Gesetze möglicherweise eine vollständige Nutzung der Möglichkeiten untersagen könnten.

Update, 29.11.2016, 17:07 Uhr: Die ersten Fahrzeuge mit der neuen Hardware sind bereits bei den Kunden angekommen, doch diese warten bislang noch auf die benötigte Software. Auf eine Anfrage eines betroffenen Fahrzeugbesitzers hat Tesla-Chef Elon Musk jetzt den vermuteten Termin bestätigt. Demnach soll die erste Ausgabe der Version 8.1 noch in diesem Jahr verteilt werden.

Laut der Ankündigung soll die Freigabe in rund drei Wochen erteilt werden. Im Anschluss werden im monatlichen Abstand schrittweise weitere Veröffentlichungen ausgerollt. Die letzte Ankündigung bestätigt dann auch, dass zum Start der neuen Firmware längst noch nicht alle Funktionen verfügbar sind. Wie erwähnt, wird es auch noch einige Zeit dauern, bis sich das ändert.

Meinung des Autors

Bereits jetzt kann der sogenannte Autopilot von Tesla die Fahrt auf langen Strecken deutlich entspannter werden lassen - fordert aber noch viel Aufmerksamkeit. Die nächste Generation ist jetzt am Start und soll bisherige Probleme beseitigen. Und im Lauf des kommenden Jahres wird sogar komplett autonomes Fahren möglich sein. Hoffentlich geht das gut.

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