Tesla Model Y, Model R und weitere Pläne für die Zukunft im Überblick - UPDATE

10.08.2017 13:01 Uhr | geronimo

03.08.2017, 15:50 Uhr:
Derzeit ist man bei Tesla damit beschäftigt, die Produktion des vierten Modells der noch jungen Unternehmensgeschichte hochzufahren. Doch das ist nur ein Schritt auf dem weg zum Massenhersteller, dem diverse weitere Fahrzeuge folgen sollen. Hier ein Ausblick auf das, was die Fans an weiteren Elektroautos erwarten dürfen

Das erste Fahrzeug von Tesla war der Roadster auf Basis der Lotus Elise. Bei den selbst entwickelten Fahrzeugen hatte der Unternehmensgründer Elon Musk ganz klare Vorstellungen, denn ursprünglich sollte das Model 3 den Namen Model E bekommen. Zusammen mit den bereits erhältlichen Fahrzeugen und einem weiteren SUV wären die Fahrzeuge von Tesla dann S-E-X-Y gewesen. Ford hatte aber was gafegen, da man die Rechte am Namen Model E besitzt. Das ändert aber nicht am Model Y, zu dem es Neuigkeiten gibt. Und auch zu den weiteren Plänen gibt es inzwischen Spekulationen:

  • Tesla Model Y: Unterhalb des Model X angesiedelt, soll ein weiterer Geländewagen Anteile im weiterhin boomenden Sektor verschaffen. Ursprünglich war geplant, das Fahrzeug auf eine eigene Plattform zu stellen und im Jahr 2019 vorzustellen. Elon Musk hat jetzt aber bekanntgegeben, dass ihn sein Management-Team „von der Klippe des Irrsinns wieder zurückgebracht“ habe. Daher wird das Model Y (erstes Vorschaubild oben) auf der Bodengruppe des Model 3 aufbauen. Das hat gleich mehrere Vorteile, denn die Entwicklung wird (deutlich) günstiger, und geht zudem auch noch schneller. Die Premiere könnte daher bereits Ende nächsten Jahres erfolgen, mit der Markteinführung darf ein Jahr später gerechnet werden. Festzustehen scheint, dass man die ebenso komplexen wie teuren Flügeltüren des Model X nicht übernehmen wird.
  • Tesla Pick-up (Model P): Ein US-Hersteller braucht ein Fahrzeug mit offener Ladefläche. Punkt. Auch bei Tesla sieht man das ein und will ein entsprechendes Produkt anbieten. Der Entwicklungsaufwand dürfte sich in Grenzen halten, denn letztlich wird man wohl nur das Heck des Model S umgestalten und die Bodenfreiheit mit dem Fahrwerk des Model X erhöhen müssen. Hier ist mit der Vorstellung bis spätestens Mitte 2019 zu rechnen, wenn man von den von Musk im April diesen Jahres angekündigten 18 bis 24 Monaten ausgeht.
  • Tesla Model 4 (oder Model 2): Elektromobilität ist auch ein Thema für Stadtfahrzeuge. Dementsprechend gibt es bei Tesla Gedankenspiele, zu einem späteren Zeitpunkt auch einen elektrisch angetriebenen City-Flitzer ins Programm aufzunehmen, der in Schwellenländern auch als vollweriges Fahrzeug vermarktet wird. Der kompakte Viersitzer könnte auf einer verkürzten Bodengruppe des Model 3 aufbauen und dürfte mit nur einer angetriebenen Achse auskommen. Bei der reichweite könnte beim Basismodell bei 150 bis 200 km Schluss sein, mit größerem und bis zur Markteinführung auch leistungsfähigeren Akkus könnten aber auch die magischen 300 km durchbrochen werden.
  • Tesla Roadster (Model R): Back to the roots, denn wenn alles läuft wie geplant, dann wird Tesla in einigen Jahren auch wieder ein Spaßmobil im Programm haben. Elon Musk hat sich dazu bereits geäußert und mitgeteilt „next gen Roadster will be convertible“. Demnach wird es sich also um ein Cabrio handeln, während der erste Roadster eher ein Targa gewesen ist. Unklar ist derzeit aber noch, ob der offene Stromer auf dem Model 3 basiert, oder ob die leistungsfähigere Plattform des Model 3 als Basis dient.
  • Tesla Truck: Neben Pkw soll es künftig auch vollelektrische Lkw geben, wie das Unternehmen im Mai angekündigt hat. Und das bereits in naher Zukunft, denn die Premiere des Tesla Truck soll bereits im kommenden Monat stattfinden. Als gesetzt gelten eine Reichweite von mindestens 500 km mit einer Akkuladung und ein Fahrverhalten „wie ein Sportwagen“. Erste E-Laster könnten Mitte bis Ende 2018 auf die Straßen kommen.
  • Tesla Bus: Vom Lkw ist es nur ein relativ kleiner schritt bis zu einem Bus. Auch diese Gedankenspiele gibt es bereits. Hier scheinen zwei Versionen möglich: zum einen ein herkömmlicher Stadt-Bus für den Linienverkehr innerhalb von Städten, zum anderen ein komfortabel ausgestatteter Reisebus, der auf Fernstrecken eingesetzt wird. Im Gegensatz zu bereits verfügbaren E-Bussen werden die Akkus – wie auch beim Lkw – im Fahrzeugboden untergebracht werden, was für einen niedrigen Schwerpunkt sorgt.

Das alles klingt durchaus spannend. Doch dahinter stehen auch viele recht große Fragezeichen, denn erst einmal muss es Tesla schaffen, das Model 3 in den geplanten Stückzahlen zu den Kunden zu bringen, um endlich auch einmal gewinne zu erwirtschaften. Zum anderen schlafen auch die etablierten Hersteller nicht (mehr), und werden den Plänen von Tesla in nicht mehr allzu ferner Zukunft massiv eigene Entwicklungen entgegensetzen. Es bleibt also abzuwarten, was Tesla tatsächlich auf den Markt bringen wird – sofern das Unternehmen die nächsten Jahre überhaupt überlebt.

Update, 10.08.2017, 15:01 Uhr: Auch bei der britischen Autozeitung Auto Express geht man jetzt davon aus, dass das Model Y im Jahr 2019 auf den Markt kommen wird. Im Gegensatz zu diversen anderen Prognosen sehen die Briten aber durchaus gute Chancen für eine Übernahme der sogenannten Falcon Wings Doors aus dem Model X. Dabei bezieht man sich darauf, dass der Tesla-Chef Elon Musk selber diese zu einem früheren Zeitpunkt versprochen haben soll. Auch beim Design soll das Model X Pate stehen, man darf also eine geschrumpfte Version des größeren SUV erwarten. Das sich technisch jedoch beim Model 3 bedient, wie erwähnt. Demnach wird es wohl zwei verschiedene Reichweiten (250 und 500 km), sowie Heck- und optional Allradantrieb geben.

Neues gibt es auch zur Thematik Bus. Statt eines Reisebusses auf Basis des Truck hat Elon Musk einen Kleinbus à la Sprinter angekündigt, der auf Basis des Model X entsteht. Dank relativ enger Bestuhlung dürften dann acht oder sogar mehr Sitzplätze und noch etwas Platz für Gepäck zur Verfügung stehen. Ein großer Überlandbus zu einem späteren Zeitpunkt ist damit natürlich nicht ausgeschlossen.

Meinung des Autors

Derzeit ist Tesla für die etablierten Autobauern eher lästig, als eine echte Bedrohung. Doch mit einer breit gefächerten Modellpalette will der Elektroauto-Hersteller ihnen auf fast allen Gebieten Konkurrenz machen. Die entsprechenden Pläne klingen interessant und schlüssig, doch kampflos werden die "alten Hasen" das Feld sicher nicht räumen.

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