SUV-Gespann: überproportional hoher Schadstoffausstoß im Hänger-Betrieb möglich

01.09.2017 13:54 Uhr | geronimo

Eines der Argumente für die immer zahlreicher werdenden kompakten Geländewagen ist die gute Eignung als Zugfahrzeug. Die grundsätzliche Qualifikation dafür wurde den Fahrzeugen jetzt erneut bescheinigt. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass je nach Modell und Hersteller deutlich mehr Schadstoffe ausgestoßen werden, als aufgrund des zusätzlichen Gewichts und der schlechteren Aerodynamik zu erwarten ist

Im Rahmen seines Eco-Test hat der ADAC auch drei SUV einem erweiterten Versuchsprogramm im Anhängerbetrieb unterzogen. Dabei zeigte sich, dass in zwei von drei Fällen vor allem deutlich mehr Stickoxide ausgestoßen werden. Und dass beim NOx-Ausstoß nicht unbedingt die Technik der Abgasreinigung ausschlaggebend sein muss. Doch der Reihe nach: zum Test angetreten sind BMW X3, Hyundai Tucson und VW Tiguan, und zwar jedes Mal das neueste Modell mit einem Dieselmotor.

Der Tiguan tritt dabei mit einem aufwendiger Abgasreinigung inklusive SCR-Katalysator an, während BMW und Hyundai mit einem einfacheren NOx-Speicherkat vertreten sind. Im Normalbetrieb fällt das Ergebnis entsprechend aus: der VW reinigt seine Abgase auch um realen Fahrbetrieb überzeugend und bleibt unter dem gesetzlichen Grenzwert. Der BMW überschreitet beim gleichen Test den zulässigen Maximalwert von 80 mg/km geringfügig, und der Hyundai liegt um einiges darüber. Im Hängerbetrieb zeigt sich ein anderes Bild, denn hier hat der BMW mit seiner relativ simplen Reinigungstechnik erstaunlicherweise die Nase vorn.

Deutlich unerfreulicher ist das Ergebnis bei Volkswagen, denn der Tiguan überschreitet den erwähnten Grenzwert mit Anhängelast „um ein Vielfaches“. Danmit ist er nicht nur deutlich schlechter als ohne Anhänger, sondern auch als der BMW. Doch im Vergleich zum Hyundai ist er fast schon wieder ein Saubermann, denn der Tucson produziert noch einmal doppelt so viel NOx wie der zweiplatzierte Tiguan.

Naxh diesem Test bleiben natürlich Fragen offen. Beim Tigan zum Beispiel die, ob die Motorsteuerung den Hängerbetrieb erkennt und in diesem Fall die Abgasreinigung abschaltet – natürlich nur zum Schutz des Systems. Verwundern würde es nicht, auch wenn es in diesem Fall wohl legal wäre. Und bei Hyundai natürlich die Frage danach, warum BMW mit vergleichbarer Technik in allen Bereichen die wesentlich saubereren Abgase produzieren kann. In jedem Fall scheint der BMW für umweltbewusste Gespannfahrer die erste Wahl zu sein. Die zugleich aber auch die mit Abstand teuerste in diesem Test ist.

Meinung des Autors

Urlaub mit dem Wohnwagen wird immer beliebter. Doch wirklich umweltfreundlich ist das nicht unbedingt. Das liegt an den Zugfahrzeugen, die mit Anhänger zumindest teilweise deutlich mehr Schadstoffe produzieren als ohne. Die Nase vorn hat dabei wieder einmal VW - und das sowohl im positiven, als auch negativen Bereich.

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