Spritverbrauch: warum im Urlaub mehr Kraftstoff verbraucht wird

11.08.2017 12:44 Uhr | geronimo

Urlaub mit dem Auto erfreut sich gleich aus mehreren Gründen immer größerer Beliebtheit. So mancher Autofahrer wird dabei feststellen, dass auf der Fahrt in die Ferien mehr Benzin oder Diesel benötigt wird als gewohnt. Wir erklären nachfolgend, warum das so ist und wie man zumindest ein wenig sparen kann

Lange Zeit ging der Trend zu Flugreisen, doch inzwischen verreisen immer mehr Menschen wieder mit dem Auto. Das liegt unter anderem daran, dass einige Reiseziele wie Ägypten, Marokko, die Türkei, Tunesien und andere aus verschiedenen Gründen gemieden werden, und dass es unter anderem auch deshalb andernorts wie in Spanien oder Italien recht voll und teuer ist. Zudem sorgen konstant niedrige Spritpreise, bei denen sogar bereits im zweiten Jahr hintereinander die übliche Preiserhöhung rund um die Sommerferien ausgefallen ist. Wer jedoch den Verbrauch auf der Urlaubsfahrt und im Alltagsbetrieb vergleicht, wird sich möglicherweise verwundert die Augenreiben.

Zumeist wird auf der Ferienfahrt deutlich mehr verbraucht, wofür es mehrere Gründe gibt. Das fängt bereits mit dem Gewicht an, denn pro 100 kg zusätzlichem Ballast steigt der Verbrauch im Schnitt um rund 0,5 Liter pro 100 km an. Wer also im Alltag größtenteils alleine unterwegs ist, im Urlaub aber plötzlich mehrere Mitfahrer plus reichlich Urlaubsgepäck an Bord hat, fährt schnell 200 bis 300 kg zusätzlich durch die Gegend. Das kann dann schon mal über einen Liter zusätzlich ausmachen. Verschlimmert wird die Situation oftmals dadurch, dass der Reifendruck nicht an die erhöhte Beladung angepasst wird. Dadurch erhöht sich der Rollwiderstand, was den Verbrauch in die Höhe treibt und auch aus Sicherheitsaspekten nicht empfehlenswert ist. Ein weiterer Aspekt sind Dachgepäckboxen, Fahrradträger und ähnliches, die den Luftwiderstand erhöhen. Alles zusammen kann sich bereits auf 1,5 bis 2,5 Liter Zusatzverbrauch pro 100 km summieren.

Ein weiterer kaum beachteter Aspekt ist die Klimaanlage. Diese muss bei mehreren Personen im Innenraum mehr leisten, um zu kühlen und auch die Luft zu entfeuchten. Zudem finden Urlaubsfahrten oftmals tagsüber statt, wenn die Sonne am kräftigsten scheint. Und auch in Regionen, in denen es teilweise wärmer als hierzulande ist. Auch hier ist mit einem Mehrverbrauch zu rechnen, der je nach Fahrzeuggröße und auch dem vorhandenen Motor bis zu einem Liter betragen kann. Im ungünstigsten Fall werden also im Urlaub weit über drei Liter mehr auf 100 km benötigt, als dies daheim der Fall ist.

Dagegen kann man eigentlich auch nur relativ wenig unternehmen. Beim zusätzlichen Gewicht lassen sich allenfalls die berühmten Kilo einsparen, die den Kohl auch nicht mehr fett machen. Und die zusätzlichen Teile werden oftmals benötigt, um Gepäckstücke oder Sportgeräte zu transportieren, auf die man im Urlaub nicht verzichten möchte. Und was die Klimatisierung angeht, sollten es mehrere Personen auf engem Raum möglichst komfortabel haben, weshalb auch hier nur mäßig gespart werden kann. Mit dem richtigen Verhalten vor Fahrtantritt und den passenden Einstellungen kann zumindest ein wenig gespart werden. Doch am Ende bleiben eigentlich nur die Reifen zum sparen übrig, und hier sollte man alleine schon aus den erwähnten Sicherheitsgründen tätig werden.

Meinung des Autors

Es ist schon erstaunlich, wie viel ein Auto auf der großen Urlaubsfahrt mehr verbraucht, als es zu Hause der Fall ist. Fast noch erstaunlicher ist allerdings, wie wenig man dagegen tun kann. Wobei es da durchaus noch einen Tipp gibt: Fuß vom Gas, denn mit hohem Tempo steigt der Verbrauch überproportional an. Und im Ausland hilft das auch gegen sündhaft teure Knöllchen.
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