Sommerferien: Samstags-Fahrverbot für Lkw ab 1. Juli 2018 auf folgenden Strecken

12.06.2018 12:34 Uhr | geronimo

Ende nächster Woche starten in den ersten Bundesländern die großen Ferien, schrittweise folgen weitere Länder. Damit es auf den Autobahnen etwas reibungsloser läuft, dürfen Laster auf zahlreichen Fernstraßen Samstags nicht unterwegs sein. Nachfolgend führen wir auf, auf welchen Routen das der Fall ist und welche Ausnahmen es gibt

Vielen Autofahrern ist gar nicht bewusst, dass es in der Ferienzeit ein erweitertes Wochend-Fahrverbot für Lastkraftwagen mit einer zulässigen Gesamtmasse über 7,5 t sowie Lkw mit Anhänger gibt. Dieses gilt jedes Jahr an allen Samstagen, die zwischen dem 1. Juli und dem 31. August liegen, von 7:00 Uhr morgens bis 20:00 Uhr abends. Die Kenntnis dieser Strecken kann bei der Reiseplanung durchaus vorteilhaft sein, weshalb wir die genauen Abschnitte nachfolgend auflisten:

Autobahnen:

  • A 1: von Autobahnkreuz Köln-West über Autobahnkreuz Leverkusen-West, Wuppertal, Kamener Kreuz, Münster bis Anschlussstelle Lohne/Dinklage
  • A 2: von Autobahnkreuz Oberhausen bis Autobahnkreuz Bad Oeynhausen
  • A 3: von Autobahnkreuz Oberhausen bis Autobahnkreuz Köln-Ost, von Mönchhof Dreieck über Frankfurter Kreuz bis Autobahnkreuz Nürnberg
  • A 5: von Darmstädter Kreuz bis Anschlussstelle Karlsruhe-Süd und von der Anschlussstelle Offenburg bis zum Autobahndreieck Neuenburg
  • A 6: von Anschlussstelle Schwetzingen-Hockenheim bis Autobahnkreuz Nürnberg-Süd
  • A 7: von Anschlussstelle Schleswig/Jagel bis Anschlussstelle Hamburg-Schnelsen-Nord, von Anschlussstelle Soltau-Süd bis Anschlussstelle Göttingen-Nord, von Autobahndreieck Schweinfurt/Werneck über Autobahnkreuz Biebelried, Autobahnkreuz Ulm/Elchingen und Autobahndreieck Allgäu bis zum Autobahnende Bundesgrenze Füssen
  • A 8: von Autobahndreieck Karlsruhe bis Anschlussstelle München-Obermenzing und von Anschlussstelle München-Ramersdorf bis Anschlussstelle Bad Reichenhall
  • A 9: Berliner Ring (Abzweig Leipzig/Autobahndreieck Potsdam) bis Anschlussstelle München-Schwabing
  • A 10: Berliner Ring, ausgenommen der Bereich zwischen der Anschlussstelle Berlin-Spandau über Autobahndreieck Havelland bis Autobahndreieck Oranienburg und der Bereich zwischen dem Autobahndreieck Spreeau bis Autobahndreieck Werder
  • A 45: von Anschlussstelle Dortmund-Süd über Westhofener Kreuz und Gambacher Kreuz bis Seligenstädter Dreieck
  • A 61: von Autobahnkreuz Meckenheim über Autobahnkreuz Koblenz bis Autobahndreieck Hockenheim
  • A 81: von der Anschlussstelle Stuttgart-Zuffenhausen bis Anschlussstelle Gärtringen
  • A 92: von Autobahndreieck München-Feldmoching bis Anschlussstelle Oberschleißheim und von Autobahnkreuz Neufahrn bis Anschlussstelle Erding
  • A 93: von Autobahndreieck Inntal bis Anschlussstelle Reischenhart
  • A 99: von Autobahndreieck München Süd-West über Autobahnkreuz München-West, Autobahndreieck München-Allach, Autobahndreieck München-Feldmoching, Autobahnkreuz München-Nord, Autobahnkreuz München-Ost, Autobahnkreuz München-Süd sowie Autobahndreieck München/Eschenried
  • A 215: von Autobahndreieck Bordesholm bis Anschlussstelle Blumenthal
  • A 831: von Anschlussstelle Stuttgart-Vaihingen bis Autobahnkreuz Stuttgart
  • A 980: von Autobahnkreuz Allgäu bis Anschlussstelle Waltenhofen
  • A 995: von Anschlussstelle Sauerlach bis Autobahnkreuz München-Süd

Bundesstraßen:

  • B 31: von Anschlussstelle Stockach-Ost der A 98 bis Anschlussstelle Sigmarszell der A 96
  • B 96 / E 251: Neubrandenburger Ring bis Berlin

Es gibt allerdings auch diverse Ausnahmen von dieser Regelung, wie das zuständige Bundesamt für Güterverkehr (BAG) mitteilt. Generell ausgenommen sind folgende Fahrten:

  1. Kombinierter Güterverkehr Schiene-Straße vom Versender bis zum nächstgelegenen Verladebahnhof oder vom nächstgelegenen Entladebahnhof bis zum Empfänger.
  2. Kombinierter Güterverkehr Hafen-Straße zwischen Belade- oder Entladestelle und einem innerhalb eines Umkreises von höchstens 150 Kilometern gelegenen Hafen (An- oder Abfuhr).
  3. Beförderungen von:
    • frischer Milch und frischen Milcherzeugnissen,
    • frischem Fleisch und frischen Fleischerzeugnissen,
    • frischen Fischen, lebenden Fischen und frischen Fischerzeugnissen,
    • leicht verderblichem Obst und Gemüse
  4. Beförderung von Material der Kategorie 1 nach Artikel 8 und Material der Kategorie 2 nach Artikel 9 Buchstabe f Ziffer i der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Oktober 2009 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 (Verordnung über tierische Nebenprodukte) (ABl. L 300 vom 14.11.2009, S. 1; L 348 vom 4.12.2014, S. 31)
  5. Dringlicher Einsatz von Bergungs-, Abschlepp- und Pannenhilfsfahrzeugen
  6. Transport von lebenden Bienen
  7. Leerfahrten, die in Zusammenhang mit oben genannten Fahrten stehen.

Weitere Ausnahmen gelten für diverse Dienste wie Polizei, Bundespolizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Bundeswehr. Zudem können für besondere Transporte auch Ausnahmegenehmigungen erteilt werden. Das generelle Fahrverbot am Sonntag gilt natürlich unabhängig von diesen Einschränkungen weiterhin.

Meinung des Autors

Die ersten beiden Ferienwochenenden dürften noch halbwegs ruhig verlaufen, doch spätestens ab dem dritten dürfte auf den deutschen Autobahnen die große Reisewelle rollen. Gut, dass der Gesetzgeber zumindest für etwas freiere Fahrt sorgt, indem er die schweren Lkw von den Fernstraßen verbannt.

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