Seat Ateca und Skoda Kodiaq: Lieferzeit bis zu 12 Monate - VW Tiguan deutlich schneller

18.08.2017 12:15 Uhr | geronimo

Dieselgate, drohende Fahrverbote, Aus für Verbrennungsmotoren, Boykottaufrufe – doch auf die Verkaufszahlen von Volkswagen hat das offenbar nur bedingt Auswirkungen. Vor allem bei den SUVs der Konzerntöchter übersteigt die Nachfrage die Produktionskapazitäten deutlich. In der Folge müssen die Kunden bis zu einem Jahr auf ihren Neuwagen warten

Wer an Seat denkt, denkt auch an Spanien. Dabei werden längst nicht alle Fahrzeuge der Marke im Heimatland gebaut. Das ist beispielsweise beim kompakten Offroader Ateca der Fall, der bei Skoda im tschechischen Kvasiny produziert wird. Dort läuft parallel dazu auch die Produktion des von uns bereits getesteten Skoda Kodiaq, der bis zu sieben Personen Platz bietet. Zudem wird dort künftig auch der Yeti-Nachfolger Karoq vom Band kommen, dessen Serienfertigung vor kurzem angelaufen ist. Doch die Kapazitäten in dem Werk, in dem auch der Mittelklasse-Wagen Superb gefertigt wird, sind begrenzt. In der Folge müssen lange Wartezeiten bis zur Auslieferung in Kauf genommen werden.

Beim Seat Ateca sind das in der Regel derzeit zwischen zehn und zwölf Monate. Beim größeren SUV Skoda Kodiaq geht es zumindest etwas schneller, wie aus der Deutschland-Zentrale in Weiterstadt vermeldet wird: „Im Idealfall erfolgt die Auslieferung noch im November, in der Regel im zweiten Quartal 2018“. Das würde eine Lieferzeit von drei bis über elf Monate bedeuten. Ironischerweise sind ausgerechnet die TDI-Dieselmotoren stark gefragt, obwohl diese in eine unsichere Zukunft blicken. Wenn dieses Aggregat auch noch mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG kombiniert wird, steigt die Lieferzeit weiter an. Doch selbst bei einem TSI-Benziner mit Handschaltung geht es am Ende kaum schneller.

Den betroffenen Kunden bleiben nur wenige Möglichkeiten, sofern es unbedingt ein Auto aus dem Volkswagen-Konzern sein soll. Die Bestellung bei einem großen Händler, die aufgrund großer Abnahmemengen teilweise etwas schneller beliefert werden, könnte eine solche Alternative sein. Hier sollten Angebote von mehreren Verkaufsstellen eingeholt werden. Eine andere Ausweichmöglichkeit ist der technisch eng verwandte VW Tiguan. Dieser wird in Wolfsburg gebaut, wo es deutlich mehr Luft nach oben gibt. Daher beträgt hier die Lieferzeit „nur“ drei bis vier Monate. Ab September ist auch der Tiguan Allspace lieferbar, der ähnliche Platzverhältnisse wie der Kodiaq bietet, aber ebenfalls deutlich früher zu bekommen ist. Allerdings sind die beiden VW um einiges teurer als die Autos von Seat und Skoda.

Und zu guter Letzt bleibt noch ein weiterer Weg: abwarten. Denn in Kvasiny wird aktuell modernisiert und ausgebaut, wodurch die Produktionskapazität im kommenden Jahr um rund ein Drittel auf maximal 290.000 Geländewagen der Typen Ateca, Karoq und Kodiaq gesteigert werden soll.

(Mit Material von: auto motor und sport)

Meinung des Autors

Krise? Welche Krise? So ähnlich muss man sich die Lage von Volkswagen derzeit vorstellen, denn ungeachtet aller Skandale und Unwägbarkeiten ist die Nachfrage kaum gesunken. Vor allem bei den immer noch boomenden SUV muss lange gewartet werden, wovon vor allem die Modelle von Seat und Skoda betroffen sind. Doch Besserung ist in Sicht.

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