Renault Kangoo könnte wegen Citan-Crashtest ebenfalls zurückgerufen werden

13.05.2013 13:58 Uhr | geronimo

In einem Crashtest von Euro NCAP erhielt der eng mit dem Renault verwandte Mercedes Citan nur 3 von 5 möglichen Sternen, was für den selbsternannten Sicherheitsexperten Mercedes einem wahren Debakel gleichkommt. Jetzt prüft Renault, ob der Kangoo im Rahmen eines Rückrufs technisch nachgerüstet wird

Für das schlechte Abschneiden des Citan ist insbesondere das fast völlige Versagen des Kopfairbags verantwortlich, der sich sowohl beim Seiten- als auch beim Pfahlaufprall an der B-Säule verfing. Daimler-Chef Dieter Zetsche kündigte nach Bekanntwerden des Ergebnisses an, dass man sich damit „natürlich beschäftigen“ müsse. Bereits kurze Zeit später kündigte sein Unternehmen einen Rückruf für rund 3.500 der über 10.000 bereits ausgelieferten Citan an, bei dem die bemängelten Fensterairbags durch neue Modelle ersetzt werden, die zukünftig auch in der Serienproduktion des Spenderfahrzeugs Renault Kangoo verbaut werden.

Nun prüft Renault offenbar ebenfalls einen Rückruf, wie ein Renault-Konzernsprecher dem Fachmagazin Automobilwoche auf Anfrage mitteilte. Zwar würden derzeit alle Evebtualitäten geprüft, bislang habe man in der Sache jedoch noch keine Entscheidung gefällt. Dies soll aber in den nächsten Tagen der Fall sein. Auch über die mögliche Anzahl betroffener Fahrzeuge machte der Sprecher bereits Angaben: „Falls eine Entscheidung für einen Rückruf getroffen würde, wären etwa drei bis vier Prozent aller Kangoos betroffen“. Dies ist insofern bemerkenswert, da dieser Prozentsatz bei Mercedes bei über 30 Prozent liegt.

Renault wäre jedenfalls gut beraten, im Sinne der Sicherheit die mit den mangelhaften Airbags ausgerüsteten Fahrzeuge umzurüsten, alleine schon aus Imagegründen. Es dürfte den Kunden wohl relativ schwer zu vermitteln sein, weshalb ein „Zweitverwerter“ wie Mercedes umgehend auf die bekannt gewordenen Probleme reagiert, während der Hersteller des „Spenderfahrzeugs“ untätig bleibt.


Mit Material von: automobilwoche
Bildquelle: Hersteller
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