Range Rover: Luxus-SUV erstmals mit Vierzylinder - dank Plug-in-Hybrid

12.10.2017 15:14 Uhr | geronimo

Die Geschichte des britischen Geländewagens Range Rover reicht bis ins Jahr 1970 zurück. Und in den vergangenen 47 Jahren war eines sicher: ein Range, wie er von den Fans kurz und bündig gerufen hat, fährt mit mindestens sechs Zylindern. Doch das ändert sich jetzt. Und das ist für manchen Anhänger der Marke vielleicht noch schwerer zu verdauen, als seinerzeit die Diesel bei Bentley, Jaguar, Maserati, Porsche und anderen

Der aktuelle Range Rover wird seit 2012 gebaut, es ist also Zeit für das sogenannte Facelift. Dieses wurde jetzt vorgestellt und macht das SUV noch liuxuriöser als bisher schon. Komplett neue und noch bequemere Sitze, und dazu ein neues Infotainment-System mit gleich zwei hochauflösenden 10-Zoll-Touchscreens in der Mittelkonsole sind die Hauptmerkmale der Modellpflege. Soweit, so üblich.

Doch auch an anderer Stelle hat sich etwas getan, nämlich beim Antrieb. Für den Range Rover des Jahrgangs 2018 wird es erstmals einen Plug-in-Hybrid gebe, bei den ein Benzinmotor mit einem Elektromotor und einem an der Steckdose aufladbarem Akku kombiniert wird. Das neue System löst den bisherigen Diesel-Hybrid-Antrieb ab, der bereits seit dem Frühjahr nicht mehr produziert wird. Während letztgenannter standesgemäß einen Sechszylinder als Basis hatte, wird der neue P400e Plug-in Hybrid als erster Range Rover überhaupt mit nur vier Zylindern auskommen müssen. Und das bei bescheidenen 2 Litern Hubraum, aus denen immerhin 221 kW / 300 PS geholt werden.

Der zusätzliche Elektromotor liefert weitere 85 kW / 116 PS, was eine Systemleistung von 297 kW / 404 PS sowie ein maximales Drehmoment von 640 Nm ergibt. So ausgestattet soll der teilelektrische Range in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h erreichen. Im reinen Elektrobetrieb soll die Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie mit 13 kWh eine Reichweite von bis zu 51 km ermöglichen, was sogar halbwegs realistisch klingt. Preiswert ist das Vergnügen aber nicht, denn der Grundpreis beträgt stolze 120.400 Euro. Damit ist der Plug-in Hybrid nur 2.800 Euro günstiger als der 5.0 Liter V8 Kompressor, der es auf 386 kW / 525 PS bringt. Eine Alternative in Form eines V6-Benziners gibt es jedoch nicht, denn preisgünstiger sind lediglich die beiden Benziner.

Der P400e Plug-in Hybrid wird auch im ebenfalls überarbeiteten Range Rover Sport angeboten und ist dort für 87.800 Euro zu bekommen. Dieser soll noch Ende 2017 erstmals ausgeliefert werden, während auf den großen Bruder bis Anfang 2018 gewartet werden muss.

Meinung des Autors

Harte Zeiten für Freunde großvolumiger Verbrennungsmotoren. Das bekommt man jetzt auch beim echten und originalen Range Rover zu spüren, denn dieser bricht nach über 40 Jahren mit einem Grundsatz des Unternehmens: ein Motor im Top-Modell muss sechs oder sogar acht Zylinder haben - diese Zeiten sind jetzt vorbei...

Ähnliche Artikel

Top