Porsche und VW investieren weiter in den Freistaat Sachsen und bauen Industrie- und Forschungsstandorte aus

02.11.2016 15:43 Uhr | maniacu22

Neben den Bundesländern Bayern und Baden Würtemberg kann auch der Freistaat Sachsen auf eine beachtliche Historie im Automobilbau vorweisen, und das nicht erst seit DDR-Zeiten, als noch der Trabi in Zwickau gefertigt wurde. Die Automobilkonzerne Porsche und Volkswagen wollen nun weiter in Sachen investieren, während letzterer sogar ein Forschungszentrum für Elektro-Autos in Dresden plant

Bild: dpa / Jan Woitas

Wie die Kollegen von Focus Online berichten, wollen Porsche und Volkswagen weiter in den Freistaat Sachsen investieren, da sich das Völkchen mit einem der lustigsten Dialekte der Republik schon seit Generationen als wahre Autokenner bewiesen haben. Kein anderes Bundesland als Sachsen fällt im Zuge der Hauptuntersuchung (HU) so positiv auf wie der Freistaat. Während Bayern mit einer durchschnittlichen Mängelquote von 19,7 Prozent auf den zweiten Platz gelandet ist, kann sich Sachsen mit einer Mängelquote von lächerlichen 15,6 Prozentpunkten auf dem Podium platzieren.

Obwohl Sachsen nach dem Krieg viel seiner Industrie an den sowjetischen Bruder in Form von Reparationsleistungen abgeben musste und danach unter der stiefmütterlichen Behandlung des DDR-Politbüros sehr zu leiden hatte, ist die Tradition des Automobilbaus im Freistaat tief verwurzelt. Nach der Wiedervereinigung hat sich BMW ein Werk in Leipzig aufgebaut, welches mittlerweile das zweimillionste Fahrzeug vom Band laufen ließ. Neben dem 1er und 2er wird auch der elektrische BMW i3 im Leipziger Werk gebaut.

Auch den Sportwagenhersteller Porsche hat es in die größte Metropole Sachsens verschlagen, wo das Werk nun schon zum vierten Mal erweitert werden musste, da die Geschäfte einfach richtig gut laufen. Neben der Panamera-Vollfertigung kommt auch der SUV Porsche Macan aus dem Leipziger Werk. Selbst eine kleine Rennstrecke steht auf dem Porsche-Gelände bereit, auf welcher Porsche-Käufer die Fahrzeuge bei Abholung auf Herz und Nieren testen können.

Erfolgsgeheimnis Sachsen

Das für den Erfolg Sachsens als Autoland einiges zusammengekommen ist, erklärt sich der Automarkt-Experte Ferdinand Dudenhöffer so: „In Sachsen und speziell in Leipzig hatte man sehr schnell die Chance der Autoindustrie nach der Wende erkannt. Speziell der frühere Wirtschaftsdezernent Detlef Schubert war in seiner Amtszeit von 1997 bis 2007 verantwortlich für die Ansiedlung von BMW, Porsche und Amazon. Die Leipziger nennen ihn gerne Super-Schubi. Schubert ist danach als Staatssekretär im Magdeburger Wirtschaftsministerium aktiv gewesen.“

Neben der sehr unbürokratischen zur Verfügungstellung der nötigen Flächen für die Automobilkonzerne darf auch die gute Verkehrsanbindung durch den Leipziger Flughafen nicht außer Acht gelassen werden. Zusätzlich kommen für die „Ansiedelung“ auch teilweise EU-Suventionen sowie „ein großes Verständnis für das Auto und ein guter Mitarbeiterstamm und Ingenieursstamm aus der früheren DDR“ dazu, so Dudenhöffer.

VW verlagert Elektromobilitätszentrum nach Dresden

Da die Phaeton-Produktion im März diesen Jahres ausgelaufen ist, soll die gläserne Manufaktur durch die Wolfsburger zum Zentrum für die Elektromobilität ausgebaut werden. So soll jeder vierte Neuwagen bis zum Jahr 2025 auf einen Elektroantrieb setzen.

Um dieses Projekt zu realisieren, plant VW in den kommenden Jahren viel Geld zu investieren und mit der Elbe-Metropole Hand in Hand zusammenzuarbeiten. Aktuell gibt es in Dresden bereits 30 öffentliche Ladesäulen für Elektroautos, die im Rahmen eines Ausbaus der Landesinfrastruktur bis zum Jahr 2025 auf 250 Ladestationen und Schnellladestationen erweitert werden soll. Zusätzlich soll in der Landeshauptstadt des Freistaates ein Forschungszentrum für alternative Mobilität entstehen, welches die Schwerpunkte auf Elektromobilität, hochautomatisiertes und vernetztes Fahren, Software-Dienstleistungen für die Mobilität (App-Entwicklung) sowie ein innovatives Fuhrpark-Management legen wird. Der Aufbau des dazugehörigen Forscherteams soll noch in diesem Jahr beginnen, so VW.

Quelle: Focus Online

Meinung des Autors

Auch wenn man immer sagt, dass der Trabant ein stinkender Zweitakter ist (was auch irgendwo stimmt), so lässt sich allerdings die dahinter stehende Ingenieursleistung für seine Zeit (60iger Jahre) nicht leugnen, sondern eher honorieren. Als gebürtiger Leipziger weiß ich auch, dass der Freistaat Sachsen trotz seines für viele komisch klingenden Dialektes eine Menge heller Köpfe hervorgebracht hat, die Großartiges leisten. Ich finde es schön, dass sich Sachsen, neben Tschechien (Skoda) wieder zur Automobilen Hochburg entwickeln konnte.
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