Porsche Panamera: Facelift bringt neue Hybrid- und Langversion

30.04.2013 13:14 Uhr | geronimo

Die Stuttgarter VW-Tochter hat ihre fünftürige Sportlimousine Panamera einem Facelift unterzogen. Während sich die Optik nur in Details verändert, sorgen neue Varianten bei Technik und Karosserieform für frischen Wind

Die optischen Veränderungen am überarbeiteten Panamera sind so dezent, dass Porsche diese in seiner offiziellen Pressemitteilung in nur einem einzigen Satz zusammenfasst und sich dabei jegliche Details spart: „Der neue Panamera unterstreicht seine Ausnahmestellung mit einer noch ausdrucksvolleren Designsprache im Stil der neuen Sportwagen-Generationen, die von strafferen Linien, stärkeren Konturen und neu gestalteten Karosserieelementen geprägt ist“. Viel wichtiger sind dem Unternehmen nämlich zwei Neuerungen, die sich vor allem auf die umsatz- und gewinnträchtigen Märkte in China und den USA auswirken sollen.

In China müssen Autos der gehobenen Klasse vor allem eines bieten: viel Platz auf den hinteren Sitzen. Deshalb gibt es dort etliche Langversionen deutscher Mittel- und Oberklasse-Limousinen, die hierzulande gar nicht erst angeboten werden. Dieser Vorliebe trägt nun auch Porsche mit seinen neuen Executive-Modellen (siehe Fotos oben und unten) Rechnung. Diese verfügen über einen um 15 Zentimeter verlängerten Radstand, der ausschließlich den Passagieren auf der Rückbank zu Gute kommt. Die als Panamera 4S Executive und Panamera Turbo Executive angebotenen Modelle sind bereits ab Werk sehr umfangreich ausgestattet und werden immer mit der Luftfederung geliefert.

In Nordamerika erfreuen sich Hybridfahrzeuge einer großen Beliebtheit. Dieser Markt dürfte also wie geschaffen sein für den neuen Panamera S E-Hybrid (Foto), der eine Weiterentwicklung des bisherigen Parallel-Vollhybrids darstellt. Diese überarbeitete Version bringt es auf eine Systemleistung von 306 kW/416 PS, die eine Beschleunigung in 5,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und 270 km/h Höchstgeschwindigkeit ermöglicht. Eine neu entwickelte Lithium-Ionen-Batterie mit 9,4 kWh Energieinhalt sorgt dafür, dass der Panamera S E-Hybrid über eine Strecke von bis 36 km rein elektrisch fahren kann, und das mit einer maximalen Geschwindigkeit von 135 km/h. Die Batterie kann seit dem Modellwechsel auch extern über Steckdose geladen werden, es handelt sich also um einen sogenannten Plugin-Hybriden. Dieser soll mit vollgeladenem Akku in der NEFZ-Verbrauchsmessung nur 3,1 Liter auf 100 km verbrauchen, was aber anbetracht der tatsächlichen Fahrleistungen und des umstrittenen Testverfahrens ein sehr theoretischer Wert ist.

Im Rahmen des Facelifts ist auch Porsche dem neuen Trend zum Downsizing gefolgt, bei dem hubraumstarke Saugmotoren durch aufgeladene Motoren mit weniger Zylindern ersetzt werden. So ersetzt in den Modellen Panamera S und Panamera 4S ein V6-Biturbo-Motor mit drei Litern Hubraum die bisherigen V8-Motoren. Porsche nennt für diese neue Motorengeneration 20 PS mehr Leistung und 20 Newtonmeter mehr Drehmoment, aber bis zu 18 Prozent weniger Verbrauch im Vergleich zum V8-Motor. Hier bleibt abzuwarten, ob das auch für die bei Porsche üblichen Fahrgewohnheiten der Kundschaft gilt, denn in vielen Tests wurde nachgewiesen, dass die kleineren Motoren gerade bei schneller und sportlicher Fahrweise mehr verbrauchen als ihre größeren Vorgänger.


Mit Material von: Porsche
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