Polestar: erste Elektroautos des Volvo-Ablegers angekündigt

07.02.2018 13:34 Uhr | geronimo

Bei Volvo ist ‚Polestar‘ bislang für den Bereich Performance zuständig. In Zukunft wird daraus aber eine eigenständige Automarke, die vornehmlich auf Elektromobilität setzt. Nachdem mit dem Polestar 1 bereits ein erstes eigenes Hybrid-Modell angekündigt wurde, das auf dem Volvo S90 basiert, folgen jetzt mit Polestar 2 und Polstar 3 die Absichtserklärungen für erste reine Elektrofahrzeuge

Im Herbst vergangenen Jahres wurde der Polestar 1 (Bild oben) präsentiert. Dabei handelt es sich um ein Coupé des S90, das elektrisch angetrieben wird. Für die ersten bis zu 150 km reicht dabei die gespeicherte Strom in den Akkus, darüber hinaus liefert ein 2-Liter-Benzinmotor die benötigte Energie. Das Auto soll im kommenden Jahr in einer Auflage von 500 Exemplaren gebaut werden und angeblich rund 150.000 Euro kosten. Das kann natürlich nicht das dauerhafte Geschäftsmodell werden, weshalb die nächsten beiden Fahrzeuge in größerer Stückzahl und zum deutlich kleineren Preis gebaut werden sollen.

Die Pläne dafür wurden jetzt bekanntgegeben. Im Gespräch mit dem britischen Automagazin Auto Express sagte Thomas Ingenlath als Chief Executive Officer von Polestar: „Der Polestar 2 wird mit Tesla Model 3 in den Wettbewerb gehen, womit die Leute die Größe und den Preis verstehen können. Es wird um die 40.000 Euro losgehen“. Details zum Design hat Ingenlath dem Konkurrenzblatt Autocar gemacht. Demnach soll sich der ab 2019 oder 2020 gebaute Polestar 2 als Limousine äußerlich stärker von Volvo abheben, während im Innenraum auf zahlreiche Elemente der schwedisch-chinesischen Mutter gesetzt werden. Und noch in einem weiteren Punkt wird man sich bei Volvo orientieren, denn Polestar wird „niemals Kompromisse bei der Sicherheit eingehen“.

Das alles gilt auch für den ab 2022 geplanten Polestar 3, der laut CEO ein „SUV mit niedriger, aerodynamischer Silhouette“ werden soll. Damit würde er gänzlich anders aussehen als die ziemlich hoch bauenden Volvo XC60 und XC90, und zudem sparsamer mit der Energie umgehen können. Einen Preis für das dritte Modell wurde nicht genannt, doch dieser dürfte um einiges über dem „Volumenmodell“ Polestar 2 liegen.

Das Wort Volumenmodell wurde deshalb in Anführungszeichen gesetzt, weil man sich bei Polestar keinen Illusionen über mögliche Verkaufszahlen hingibt. Während bei Tesla von einer Massenproduktion mit mehreren hunderttausend Fahrzeugen pro Jahr geträumt wird, rechnet man bei der Volvo-Tochter erst einmal mit rund 50.000 Einheiten bis zum Jahr 2023. Die Produktionsanalgen des Polestar 2 sollen aber so ausgelegt sein, dass diese Zahl sogar jährlich produziert werden könnte, falls die Nachfrage doch größer ausfällt.

Meinung des Autors

Mit Polestar will die Traditionsmarke Volvo eigenständige Elektroautos anbieten. Nach der Ankündigung des ersten, etwas abgehobenen Modells folgen jetzt die "Allerweltsautos", die deutlich günstiger sein werden. Dabei hat man erfrischend zurückhaltende Einschätzungen zu den Verkaufschancen, womit man sich von den 'Großmäulern' bei Tesla unterscheidet.

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