Opel schließt 2016 sein Werk in Bochum

10.12.2012 14:14 Uhr | geronimo

Bereits seit einiger Zeit war es vermutet worden, jetzt ist es Gewissheit: Opel gibt seine Fahrzeugproduktion im nordrhein-westfälischen Bochum auf, der Standort selber bleibt aber erhalten

Ab 2016 werden am Standort Bochum keine Fahrzeuge mehr gefertigt. „2016 endet die Fertigung kompletter Fahrzeuge in Bochum“, sagte Opel-Interimschef Thomas Sedran. Das Warenverteilzentrum ist davon nicht betroffen und soll „eventuell“ sogar ausgebaut werden. Darüber hinaus sollen auch noch neue Produktionsanlagen in das ehemalige Fahrzeugwerk einziehen, wie Sedran mitteilte: „Opel bleibt auch zukünftig in Bochum präsent. Nicht nur mit dem Logistikzentrum, auch mit einer im Detail noch festzulegenden Komponentenfertigung.“. Im Warenverteilzentrum könnte das einen Zuwachs bei den aktuell 430 Mitarbeitern bedeuten, in der Komponentenfertigung könnte ebenfalls eine dreistellige Zahl an Arbeitsplätzen entstehen. Der Wegfall der bis zu 3.000 Stellen in der Fahrzeugproduktion wird sich damit allerdings kaum ausgleichen lassen.

Trotzdem will Opel für einen sozialverträglichen Abbau der Arbeitsplätze sorgen, wie Thomas Sedran mitteilte: „Opel ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst und wird alles tun, um den dennoch notwendigen Stellenabbau in Bochum fair zu gestalten. Das Ziel der Verhandlungen mit dem Betriebsrat ist es, bis 2016 keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen.“. Gleichzeitig betonte der Interimschef: „Der Standort Deutschland ist unser wichtigster Markt und mit rund 20.000 Mitarbeitern das Rückgrat und die Heimat unserer Marke. Und das bleibt auch in Zukunft so“.

Aus Berlin wurde unterdessen laut, dass sich die Bundesregierung nicht in die Entscheidung des Konzern einmischen werde. Dazu sagte der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter: „In erster Linie sind jetzt aber auch Opel und GM gefordert, ihren Kolleginnen und Kollegen Perspektiven aufzuzeigen“. Vor einigen Jahren hatte das noch anders geklungen, als Bundeskanzlerin Merkel sogar eine Milliardenbürgschaft für den angeschlagenen Autokonzern prüfte. Dafür gibt sich der Betriebsrat umso kämpferischer, hier will man die Werksschließung nicht kampflos hinnehmen. Nach einer Betriebsversammlung mit rund 2.300 Beschäftigten – auf der wegen des kommentarlosen Abgangs von Thomas Sedran nach Verkündigung der schlechten Nachrichten teilweise chaotische Verhältnisse herrschten – sagte der Betriebsratschef Rainer Einenkel: „Wir wollen auch nach 2016 in Bochum noch Autos bauen“.


Mit Material von: autokiste.de; spiegel.de
Bildquelle: wikipedia
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