Offenes Autofenster: Polizei darf abschleppen lassen

15.05.2018 14:36 Uhr | geronimo

Die meisten Autofahrer denken, dass die Sicherung des eigenen Fahrzeuges eine Privatangelegenheit ist. Doch das ist ein Irrglaube, der durchaus teuer werden kann. Etwa dann, wenn die Seitenfenster beim Parken nicht geschlossen sind und der Fahrzeughalter nicht aufzutreiben ist

In § 14, Absatz 2 ist klar vorgegeben: „Kraftfahrzeuge sind auch gegen unbefugte Benutzung zu sichern“. Und dazu zählt es, dass Autoscheiben hochgefahren werden, wenn das Auto im öffentlichen Raum abgestellt wird. Das hat gleich zwei Hintergründe. Zum einen wird so Diebstahl von Wertsachen aus dem Auto verhindert, zum anderen wird aber auch der Fahrzeugklau erschwert. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass ein oder mehrere geöffnete Fenster ein Vergehen sind.

Sofern der Polizei ein so ungesichertes Fahrzeug gemeldet wird oder von selbst auffällt, muss sie tätig werden. In der Regel wird erst einmal versucht, den Halter oder zumindest den Fahrzeugführer ausfindig zu machen. Sofern das nicht möglich ist, können weitere Maßnahmen folgen. In früheren Zeiten bedeutete das zumeist, dass ein netter Beamter das Fahrzeug entriegelt und die Scheiben mit der Kurbel hochkurbelt. Heutzutage ist das dank elektronischer Schließsysteme und elektrischer Fensterheber zumeist nicht möglich, weshalb dann eine radikalere Vollzugsmaßnahme zum Einsatz kommt: die Sicherung des kompletten Wagens. Dieser wird dann kurzerhand von einem Abschleppunternehmen abgeschleppt und auf einem gesicherten Gelände untergebracht. Die Kosten dafür plus das Verwarngeld sowie die möglichen Kosten des Polizeieinsatzes sind dann vom Halter zu bezahlen. Zusammen kann das durchaus 200 Euro und mehr kosten.

Es gibt aber auch Ausnahmen von der Regel. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich der Fahrer in unmittelbarer des Autos aufhält und dieses im Blick hat. Also beispielsweise wenn direkt neben einem Straßencafé geparkt wird, in dem man sich anschließend aufhält. Und auch auf gesicherten Privatgrundstücken darf mit einem ungesicherten Fahrzeug geparkt werden. Zudem ist es zulässig, wenn die Fenster nur einen Spalt geöffnet sind, um im Sommer zumindest ein wenig Luftzirkulation und Abkühlung zu ermöglichen. Bei einem Cabrio darf das Verdeck geöffnet bleiben, solange der Zutritt zum Innenraum durch hochgefahrene Scheiben erschwert wird. In den beiden letztgenannten Fällen ist allerdings Ärger mit der Versicherung möglich, wenn es zu einem Diebstahl kommt.

Meinung des Autors

Diese Erfahrung mussten schon zahlreiche Autofahrer machen: das geparkte Auto ist, doch es wurde nicht gestohlen, sondern abgeschleppt. Und das nicht, weil es falsch geparkt war, sondern weil schlicht und einfach die Fenster nicht geschlossen waren. Das ist sogar rechtmäßig, auch wenn es erst einmal schwer zu glauben ist.

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