Neuwagen: diese Sicherheits-Systeme könnten ab 2021 Pflicht werden

18.05.2018 13:33 Uhr | geronimo

Die zuständige EU-Kommission will die Unfallzahlen auf Europas Straßen senken. Dabei soll modernste Technik helfen, weshalb derzeit über den verpflichtenden Einbau bestimmter Assistenzsysteme nachgedacht wird. Nachfolgend ein Überblick auf das, was den Unfallschutz verbessern soll

Mit dem Zwangseinbau bestimmter Schutz- und Warnsysteme sollen schätzungsweise 7.300 Leben gerettet und 38.900 schwere Verletzungen zwischen 2020 und 2030 verhindert werden. Davon sollen insgesamt elf Stück zum Einsatz kommen, die in allen Neuwagen ab Baujahr 2021 vorhanden sein müssen. Konkret handelt es sich um:

  • Erweiterter Notbrems-Assistent
  • Eingebauter Alkohol-Tester mit Wegfahrsperre
  • Müdigkeits- und Aufmerksamkeitserkennung
  • Unfall-Datenschreiber (UDS)
  • Notfall-Stopp-Signal
  • Adaptive Geschwindigkeitsregelung
  • Spurhalteassistent
  • Rückfahrkamera oder Parksystem
  • Vergrößerung der Zone für den Kopfaufprall von Fußgängern und Radfahrern und Sicherheitsglas im Crashfall
  • Verbesserte Sicherheitsgurte gemäß neuem Frontal-Crashtest mit voller Fahrzeugbreite
  • Verbesserter Schutz bei Seitenaufprall (Pfahl-Test)

Einschränkend muss erwähnt werden, dass einige der Systeme so weitreichende Änderungen bei bereits existierenden Modellen erfordern, dass dies schlicht nicht umzusetzen ist. Daher dürften mit Neuwagen Baureihen mit komplett neuer Typengenehmigung ab 2021 gemeint sein, die ab diesem Zeitpunkt erstmals auf den Markt kommen. Zudem handelt es sich derzeit nur um Vorschläge, von denen der eine oder andere noch auf der Streichliste landen könnte. Immerhin darf nicht außer acht gelassen werden, dass es eine so geballte Ansammlung von Technik nicht zum Nulltarif gibt, und gerade kleine und preiswerte Fahrzeuge dadurch überproportional teurer werden würden.

Meinung des Autors

Jeder Unfall ist einer zuviel, und viele davon ließen sich mit Assistenzsystemen verhindern oder zumindest abschwächen. Von daher ist es durchaus nachvollziehbar, dass man der EU über eine zwangsweise "Aufrüstung" nachdenkt. Bei einzelnen Vorschlägen kann aber durchaus diskutiert werden, ob man nicht über das Ziel hinausschießt. Und die Kosten dürfen auch nicht vergessen werden.

Ähnliche Artikel

Top