Neues Konzept von Peugeot verwendet bei Hybrid Druckluft statt Akkus - UPDATE

23.01.2013 20:30 Uhr | geronimo

Akkus machen Hybrid-Fahrzeuge schwer und vor allem teuer. Ein neues Konzept von PSA Peugeot Citroën setzt jetzt auf Druckluft als zusätzlichen Energiespeicher, was die Kosten und das Gewicht deutlich senken soll

In Europa ist PSA einer der Vorreiter bei Hybrid-Fahrzeugen, immerhin ist der Peugeot 3008 HYbrid4 das weltweit erste Serienfahrzeug mit Diesel-Hybridantrieb. Dennoch lassen sich die systembedingten Nachteile nicht wegdiskutieren, weshalb der französische Autokonzern jetzt ein neues Hybrid-Konzept vorgestellt hat, das Verbrennungsmotor und Druckluftantrieb kombiniert. Durch diese neue Technologie sollen bis zu 50 Prozent Kraftstoff eingespart werden, vor allem im Stadtverkehr verspricht sich der Konzern große Einsparungen.

Bei der jetzt vorgestellten Technik werden zwei Druckluftspeicher verbaut, einer im Mitteltunnel und einer unterhalb des Kofferraums. Befüllt werden die Speichereinheiten durch einen Hydraulikmotor, der beim Bremsen und bei höheren Geschwindigkeiten als Pumpe arbeitet und Luft in die Tanks presst. Beim Anfahren oder an Steigungen arbeitet die Hydraulikeinheit mit der zuvor gespeicherten Druckluft als Motor. Wie bei bisher bekannten Hybridantrieben kann auch der jetzt vorgestellte Hydraulikmotor beim Anfahren oder bei niedrigen Geschwindigkeiten als alleiniger Antrieb genutzt werden, dann fährt das Fahrzeug emissionsfrei und nahezu lautlos.

Das neue Konzept soll ab 2016 in Modellen des Konzern zum Einsatz kommen. Bei Kleinwagen wird die Drucklufteinheit mit einem 82-PS-Benziner kombiniert, in der Mittelklasse steigt die Leistung des Benzinmotors auf 110 PS. Wäre die neue Kombination bereits jetzt verfügbar, würden die Modelle Citroën C3 oder Peugeot 208 nach Angaben des Konzerns einen Normverbrauch von 2,9 Litern Benzin auf 100 Kilometer erreichen und der COs-Ausstoß würde von 104 auf 69 Gramm pro Kilometer sinken.

Update: Das System wird von PSA zusammen mit Bosch entwickelt und arbeitet nicht mit Druckluft. Vielmehr leitet die bereits erwähnte Hydraulikpumpe, die mit der Vorderachse verbunden ist, Öl aus dem Ausgleichsbehälter unter dem Kofferraum in den Druckspeicher im Mitteltunnel und verdichtet dort Stickstoff. Das verdichtete Gas pumpt bei Bedarf das Öl wieder zurück in die Hydraulikpumpe und sorgt so für Vortrieb. Das nachfolgende Video stellt den Vorgang graphisch dar:

https://www.youtube.com/watch?v=rjqFihLltSY

Mit Material von: golem
Bildquelle: PSA Peugeot Citroën
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