Mercedes stellt Neungang-Automatik vor - Land Rover bereits vor der Markteinführung

19.06.2013 12:15 Uhr | geronimo

Der Stuttgarter Autobauer hat jetzt auf einem Kongress in Friedrichshafen ein neues Automatik-Getriebe vorgestellt, das über insgesamt neun Schaltstufen verfügen wird. Die gleiche Anzahl an Gängen wird auch ein neues Getriebe haben, das der Zulieferer ZF unter anderem für Jaguar und Land Rover entwickelt. Diese Schaltbox wird noch in diesem Jahr in ersten Fahrzeugen erhältlich sein

Aktuell findet in Friedrichshafen der VDI-Getriebekongress statt. Auf dieser Veranstaltung hat jetzt Mercedes eine neue Neungang-Automatik präsentiert, die zukünftig in allen Fahrzeugen von der C- bis hin zur S-Klasse Verwendung finden wird, bei denen die Motoren längs eingebaut sind. Die lange Übersetzung der höchsten Fahrstufe sorgt dafür, dass bei Tempo 100 lediglich 1.100 Umdrehungen pro Minute erreicht werden. Die neue Automatik verkraftet bis zu 1.000 Nm Eingangsdrehmoment, wodurch es mit nahezu allen aktuellen Motoren bis hin zum 12-Zylinder kombiniert werden könnte.

Das neue Getriebe soll nicht nur in zukünftigen Baureihen eingesetzt werden, sondern auch bei der aktuellen Modellpalette die bisherige Siebengang-Automatik ersetzen. Zudem sollen weitere Varianten entwickelt werden die dann auch bei Fahrzeugen mit Allrad- und Hybridantrieben sowie in Sport-Modellen genutzt werden können. Über den Zeitpunkt der Markteinführung machte man bei Mercedes aber bislang keine Angaben.

Da ist man im Hause Jaguar Land Rover schon einen deutlichen Schritt weiter. Die neue Neungang-Automatik von ZF, die wir im Februar erstmals vorgestellt haben, wird noch in diesem Jahr erstmals angeboten werden. Erstes Fahrzeug mit der neuen Automatik wird das erst seit vergangenen Jahr angebotene SUV Evoque sein, der dann für Tempo 120 gerade einmal 2.170 U/min benötigt. Dieser sanfte Geländewagen erhält offenbar ein erstes Facelift, in dessen Rahmen auch das neue Schaltgetriebe verbaut wird. Bereits einige Monate später soll mit dem Chrysler Jeep Cherokee ein weiteres Modell mit dieser Automatik auf den Markt kommen.

Im Gegensatz zur Mercedes-Automatik ist die ZF-Variante für quereingebaute Motoren gedacht. Dieses Fahrzeugkonzept findet sich in 75 Prozent aller gebauten PKW wieder, was für den Hersteller vielfältige Einsatzmöglichkeiten und eine hohe Zahl an potenziellen Kunden bedeutet. Das ZF-Getriebe verkraftet allerdings bei weitem nicht so viel Leistung wie die Variante von Mercedes, denn bislang stellen 480 Nm die Obergrenze dar. Weitere Versionen mit einer Obergrenze von 280 Nm sowie herstellerspezifische Ableger des nur 86 kg schweren Getriebes befinden sich bereits in Planung.

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