Mercedes: Niederlassungen könnten nach Verlusten geschlossen oder verkauft werden

27.05.2013 13:06 Uhr | geronimo

Offenbar macht der Mercedes-Mutterkonzern Daimler mit seinen unternehmenseigenen Niederlassungen erhebliche Verluste, weshalb man Stuttgart offenbar eine grundlegende Umstrukturierung plant. Diese könnte letztlich sogar im Verkauf einzelner oder aller gar aller Standorte münden

Insgesamt betreibt Daimler 35 Niederlassungen mit 140 Betrieben und 16.000 Mitarbeitern. Diese haben im abgelaufenen Jahr 2012 knapp 10 Milliarden Euro Umsatz gemacht, dabei allerdings einen Verlust von 45 Millionen Euro eingefahren. Jetzt prüft die Mercedes-Vertriebsorganisation MBVD offenbar den Verkauf einzelner Standorte. Zudem sollen durch die Zusammenlegung verschiedener Niederlassungen und die Schließung kleinerer Standorte die Kosten gesenkt werden. Gleichzeitig wurde der Druck auf die Niederlassungsleiter erhöht, damit diese für bessere Ergebnisse sorgen. Mit den Maßnahmen soll dafür gesorgt werden, dass die Niederlassungen die geforderte Umsatzrendite von drei Prozent erreichen, um so dem Mutterkonzern zur angestrebten Marge von zehn Prozent zu verhelfen.

Problematisch für eine kurzfristige Lösung ist aber eine Betriebsvereinbarung, die den Verkauf einzelner Standorte bis 2015 ausschließt. Dennoch ist man bei der MBVD unzufrieden mit der Situation und betont: „Die Profitabilität unserer Own-Retail-Standorte muss einem Vergleich mit dem Wettbewerb und dem freien Handel standhalten“. Dies könnte aber Daimler selber eventuell nicht erreichen, weshalb eben auch der Verkauf geprüft wird. Diese Pläne haben offenbar bereits das Interesse eines Private-Equity-Fonds geweckt, der offenbar ein Angebot für einen Großteil der Niederlassungen vorlegen will. Als möglicher Käufer wird auch der US-Amerikanische Daimlerhändler Roger Penske genannt, der sich als Besitzer des Penske Racing Team einen Namen in der Welt des Motorsports gemacht hat.


Quelle: automobilwoche
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