Ladezone: wer dort wann und wie lange halten oder parken darf

08.08.2017 13:17 Uhr | geronimo

In vielen Städten gibt es in Einkaufsstraßen oder Geschäftsvierteln größere Parkflächen, die als sogenannte ‚Ladezone‘ ausgewiesen sind. Wir klären nachfolgend darüber auf, ob welche Verkehrsregeln dort gelten und warum man die Bereiche freihalten sollte

Ein gesondert ausgewiesener Ladebereich lässt sich an einem beziehungsweise zwei Merkmalen erkennen: in jedem Fall gibt es eine entsprechende Beschilderung, die Anfang und Ende der Ladezone anzeigt. Häufig ist diese mit Zusatzangaben wie „Werktags von 9 – 15 Uhr“ oder ähnliches versehen. Zum anderen gibt es oftmals eine großflächige grafische Kennzeichnung auf dem Boden, die zusätzlich und sehr auffällig auf die Zone hinweist. Die kann beispielsweise Bilder des Halteverbotsschildes und/oder den Schriftzug Ladezone enthalten.

Rechtlich gesehen haben aber weder die Zusatzbeschilderung, noch die Bodenmarkierung eine gesteigerte Relevanz. Das liegt schlicht daran, dass der Begriff in der Straßenverkehrsordnung (StVO) schlicht nicht auftaucht, und das entsprechende Verkehrsschild im Zusatzzeichenkatalog nicht aufgeführt ist. Vielmehr ist es laut Bundesanstalt für Straßenwesen (BaSt) so: „Für die Beschilderung von Liefer- und Ladebereichen sieht die StVO das Zeichen 286 „Eingeschränktes Haltverbot“ vor. Da solche Flächen aber oftmals als Kurzzeitparkplätze missbraucht werden, „haben inzwischen einige deutsche Städte von der StVO abweichende Regelungen getroffen und Ladebereiche mit Zeichen 283 StVO „Haltverbot“ mit entsprechenden Zusatzzeichen ausgewiesen. Zum Einsatz kommen darüber hinaus verschiedene Markierungselemente, die die Funktion der Ladezonen auch optisch verdeutlichen sollen“.

Mit anderen Worten: es gelten dort keine anderen Regeln, als in einem „normalen“ Halteverbot. Bei dem Verkehrszeichen mit einem Balken darf also jeder Autofahrer kurz zum Ein- oder Ausladen anhalten, bei zwei Balken ist dies hingegen nicht gestattet. Die Ladezone darf hingegen von privaten und gewerblichen Personen genutzt werden, die dort tatsächlich Ladetätigkeiten durchführen. Per Definition sollten das sperrige Gegenstände sein, die in der Regel nur mit Hilfsmitteln (Sackkarre oder ähnliches) transportiert werden können. Daher ist sogar umstritten, wenn dort Paketdienste halten, um kleinere Pakete auszuliefern. Die fälligen Bußgelder können zwischen 15 und 35 Euro betragen.

Neben dem rechtlichen gibt es aber auch noch den moralischen Aspekt. Daher sollten die Ladezonen in jedem Fall zu den ausgewiesenen Zeiten Tabu sein, Bereiche ohne Beschränkung sollten immer freigehalten werden. Denn Fakt ist nun einmal, dass die Flächen für die ansässigen Händler und Dienstleister eine wichtige Rolle bei der Versorgung spielen. Und Ladefahrzeuge können zu jeder Zeit ankommen, nicht nur am Vormittag. Mit den großen und entsprechend sperrigen Lieferfahrzeugen ist dann schnell Chaos vorprogrammiert, in dem man selbst nicht gerne stecken möchte. Aus Rücksicht sollte man also nicht der Versuchung der freien Fläche erliegen.

Meinung des Autors

In vielen Städten ist Parkraum sehr knapp. So mancher ärgert sich da über die riesigen Ladezonen, in denen gefühlt nie jemand be- oder entlädt. Und stellt sich dann die Frage, ob man diese Regelung überhaupt beachten muss. Das Ergebnis ist recht eindeutig.

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