Kraftstoffpreise: übliche Preiserhöhung zu den Sommerferien erneut ausgefallen

06.07.2017 14:06 Uhr | geronimo

In den vergangenen Jahren, eigentlich eher Jahrzehnten, war es ungeschriebenes Gesetz, dass in der Hauptreisezeit zu den Sommermonaten die Spritpreise kräftig anziehen. Im vergangenen Jahr konnte erstmals eine eher gegenläufige Entwicklung beobachtet werden, und auch in diesem Jahr sieht es deutlich anders aus. Das freut die Urlaubskasse derjenigen, die mit dem Auto in Urlaub fahren

Alle Jahre wieder. Gemeint ist damit im Sommer aber nicht Weihnachten, sondern die bislang eigentlich unvermeidliche Erhöhung der Preise für Benzin und Diesel pünktlich zur großen Reisewelle während der Sommerferien. Das ließ sich unter anderem im Sommer 2014 beobachten, wie die damals erstellte Grafik des ADAC zeigt:

Die Mineralölindustrie hat eine solche gezielte Preiserhöhung stets bestritten, und die steigenden Beträge immer mit der Situation am Rohölmarkt begründet. Doch der Zusammenhang erscheint so augenscheinlich wie logisch, denn in den Sommermonate sind besonders viele Reisende unterwegs. Und denen sitzt das Geld oftmals etwas lockerer, was offensichtlich dafür genutzt wurde, einige ordentliche Zusatzeinnahmen zu erzielen. Das Phänomen ließ sich dabei nicht nur in den Sommerferien beobachten, sondern oftmals auch zu Ostern und rund um Weihnachten und Silvester – wenn auch in abgeschwächter Form.

Im vergangenen Jahr hingegen ist die erwartete Preisanhebung überraschenderweise ausgeblieben. Die damals wieder fallenden Rohölpreise wurden tatsächlich an die Verbraucher weitergegeben, was zu sinkenden Preisen geführt hat. Und ganz ähnlich läuft es auch in diesem Jahr, denn derzeit sind die Spritpreise ebenfalls wieder fallend. Nachdem Mitte April noch über 1,37 Euro für den Liter Benzin E10, und über 1,17 Euro für den Liter Diesel bezahlt werden mussten, sind die Durchschnittspreise aktuell bei 1,303 und 1,101 Euro angekommen. Und auch dieses Jahr lässt sich das mit den Preisen für Rohöl begründen, die nach einem Hoch im Frühjahr zuletzt deutlich gefallen sind und inzwischen wieder kontinuierlich unter 50 Dollar pro Barrel liegen.

Damit liegen die Kraftstoffpreise übrigens ziemlich genau auf dem gleichen Niveau, wie vor einem Jahr. Und sie sind meilenweit von den Beträgen entfernt, die im Sommer 2014 fällig waren (siehe oben), als rund 20 bis 25 Prozent mehr für Benzin und Diesel ausgegeben werden musste.

(Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de)

Meinung des Autors

Beim ersten Mal konnte man einen Ausrutscher vermuten, beim zweiten Mal darf man auf eine neue Regel hoffen. Das gilt für die eigentlich übliche Preisanhebung bei Benzin und Diesel in den Sommerferien, die jetzt zum zweiten Mal in Folge ausfällt. Auf 2018...
Top