Kraftstoffpreise: Preisentwicklung bei Benzin, Diesel und Gas der letzten 8 Jahre

12.01.2018 12:51 Uhr | geronimo

Auch wenn Tanken 2017 etwas teurer gewesen ist als im Vorjahr, sollte sich kaum jemand über die aktuellen Spritpreise beschweren können. Das zeigt ein Blick auf den Verlauf der Preise der vergangenen Jahre, denn nach diversen Höhen und Tiefen ist man bei allen Kraftstoffarten im Prinzip wieder da angelangt, wo man begonnen hatte

Im Januar 2010 mussten für einen Liter Diesel rund 1,15 Euro gezahlt werden, den Liter Super gab es für 1,35 Euro. Was folgte, war ein mehr oder weniger kontinuierlicher Anstieg, der in einer Preisspitze von 1,50 Euro für Diesel und satten 1,70 Euro für Benzin gipfelte – und 2012 zum teuersten Tankjahr aller Zeiten gemacht. In der Folge musste man befürchten, dass die Träume der Grünen Realität werden würden, die einst einen Benzinpreis von 5 D-Mark oder zumindest 2 Euro gefordert hatten – was für die Umwelt sicher nicht das schlechteste gewesen wäre.

Doch bekanntlich ist es anders gekommen, denn es folgte ein über Jahre andauernder Preisverfall. Im Frühjahr 2016 war der Tiefpunkt erreicht, denn Diesel kostete kurzzeitig etwas über 0,90 Euro und Super gab es schon für 1,15 Euro. Danach ging es leicht aufwärts, doch allzu große Preissprünge sind seitdem ausgeblieben. Derzeit werden beim Diesel wieder die Beträge wie zum Anfang des Absatzes verlangt, und Super ist sogar einige Cent günstiger. Die nachfolgende Grafik zeigt diese Entwicklung auf.

Und sie belegt auch, dass es bei Autogas (Liquefied Petroleum Gas oder kurz LPG) und Erdgas (Compressed Natural Gas oder kurz CNG) deutlich geringere Schwankungen gegeben hat. Während bei Super zwischen Höchststand und Tiefstpreis eine Spanne von rund 55 Cent gelegen hat (bei Diesel rund 45 Cent), waren es bei LPG nur rund 25 Cent. Bei CNG betrugen die Schwankungen sogar nur rund 10 Cent. Der Blick auf die obige Auswertung zeigt zudem, dass CNG nicht von den Tageskursen auf dem Rohölmarkt abhängig ist und gesondert gehandelt – und zudem mit einem politisch gewollten Preis – verkauft wird.

Die obigen Angaben stammen vom Verbraucherportal Spritmonitor, auf dem Autofahrer die Betankungen ihrer Fahrzeuge eintragen können. Ermittelt wurden die Preise anhand der gespeicherten Einträge für Fahrzeuge, die in Deutschland zugelassen sind. Die Entwicklung lässt sich aber auch anhand der Jahresübersicht des ADAC nachvollziehen, die seit einigen Jahren die Daten der Markttransparenz-Stelle des Bundeskartellamts nutzt.

(Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de)

Meinung des Autors

Über zwei Dinge wird in Deutschland gerne gejammert: das Wetter und die Spritpreise. Bei letzterem besteht aber eigentlich seit Jahren kein Anlass mehr, denn abgesehen von einem kurzzeitigen Höhenflug sind Benzin und Diesel immer noch erstaunlich günstig. Und nicht wenige "Experten" rechnen damit, dass das auch so bleibt - damit man gegenüber dem Elektroauto-Boom konkurrenzfähig bleibt.

Ähnliche Artikel

Top