Kolonne richtig überholen? Welche Rechte hat ein Konvoi und welche Strafen können fällig werden?

30.01.2019 15:43 Uhr | Zeiram

Nicht nur das Militär bildet Kolonnen die sich dann im Verbund über die Straße bewegen, auch die Polizei oder Hilfsorganisationen können einen Konvoi bilden oder man meldet selbst einen solchen an. Was man bei einem Kolonne beachten muss, wie man einen Konvoi überholen kann und mit welchen Strafen bei Missachtung der Regeln für einen Verbund drohen fasst dieser Ratgeber zusammen.

Eine offizielle Kennung ist vielen durch die Bundeswehr bekannt. Alle Fahrzeuge der Kolonne sind mit einer blauen Flagge markiert, das letzte meist mit einer grünen oder manchmal auch roten Flagge. Als Ausnahme können zum Beispiel Polizeiwagen auch ohne Markierung fahren, da man hier ja am Wagen selbst die Zusammengehörigkeit erkennt. So oder so gilt ein Konvoi als ein Fahrzeug, so dass man hier als Fahrer auf einige Dinge achten muss.

Sei es eine Ampel die Rot wird, der Kreisverkehr, Kreuzungen, das Reißverschlussprinzip oder was auch immer, als Faustregel sollte man sich merken, dass alle anderen Fahrzeuge dem ersten Wagen folgen dürfen und werden. Ein solcher Verbund ist rechtlich gesehen ein Fahrzeug und ein normaler Wagen kann ja auch nicht zur Hälfte stehen bleiben!

Fährt man in der Nähe eines Konvois sollte man darum besonders wachsam sein und muss seine Fahrweise anpassen. Eine Kolonne darf zum Beispiel eigentlich nur im Ganzen überholt werden, ein einscheren in die Kolonne ist nicht erlaubt. Unterbricht man so eine Kolonne sind kleine Geldstrafen 5€ oder 10€ fällig, die beim Verursachen eines Unfalls je nach Umfang natürlich stark ansteigen können.

Eine offizielle Vorschrift für die Länge eines Konvois gibt es dabei nicht, aber wenn es 15 Fahrzeuge oder mehr sind kann es durchaus sein, dass es sich um zwei separate Konvois handelt die eben zusammen fahren, was dann aber an den Zeichen erkennbar sein sollte. Zwischen den beiden Kolonnen dürfte man aber zum Beispiel beim Überholen oder beim Auffahren auf eine Autobahn einscheren.

Ab drei Fahrzeugen kann man auch selber einen Konvoi beantragen, der dann aber auch genehmigt werden muss. Auch hier gibt es Auflagen die zu erfragen und zu beachten sind, wobei der Führer des Konvois benannt wird und die Hauptverantwortung trägt. Auch hier ist mit Geldstrafen zu rechnen wenn man „seinen“ Konvois nicht korrekt führt.

Eine Hochzeit ist von daher gesehen kein echter Konvoi und man muss die Regeln auch nicht beachten, wobei aber die wenigstens wohl in einem fremden Konvoi fahren wollen. Dafür ist aber auch nicht mit einer Strafe zu rechnen, denn eigentlich würde die Teilnahme an einem nicht angemeldeten Verbund mit 25€ bestraft werden, aber bei einer Hochzeitskolonne wird doch gern eine Auge zugedrückt.

Meinung des Autors

Auch wenn man Konvois nicht mehr so oft sieht kann es nicht schaden wenn man weiß, was man machen muss wenn man sich einem solchen nähert.
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