Italien: Bestimmte Reifen von Mai bis Oktober grundsätzlich verboten - erhebliche Bußgelder drohen

24.05.2017 12:04 Uhr | geronimo

Auch in diesem Jahr gibt es in Italien wieder ein Verbot zur Nutzung bestimmter Reifen in den Sommermonaten, was auch Ganzjahresreifen mit M+S-Kennzeichnung betreffen kann. Autofahrer, die zwischen Mai und Oktober dorthin reisen, sollten unbedingt auf die richtige Bereifung achten. Das gilt vor allem für Fahrer von (echten) Geländewagen, die ganzjährig mit grobstolligen M+S Reifen unterwegs sind. Auch Fahrer von Sportwagen und schnellen Limousinen können betroffen sein, sofern die verwendeten Reifen nicht den Geschwindigkeitsindex in den Zulassungspapieren erfüllen. Um noch einmal auf diesen Umstand hinzuweisen, veröffentlichen wir unseren Ratgeber zu diesem Thema erneut.

15.05.2014, 12:26 Uhr:
Im Sommer mit Winterreifen zu fahren, bedeutet unter Umständen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Doch auch rechtliche Folgen sind hierzulande möglich, sofern die Bereifung den Umständen nicht angepasst wird. Deutlich härter wird in Italien durchgegriffen, denn dort ist die Benutzung mancher Winterreifen in den Sommermonaten gesetzlich verboten

Wer zwischen dem 15. Mai und dem 14. Oktober in Italien unterwegs ist, sollte in jedem Fall auf die richtige Bereifung achten. Laut eines Hinweises des ADAC ist im genannten Zeitraum die Benutzung von diversen Reifen generell nicht zulässig. Dies gilt zum Beispiel für Winterreifen mit dem Geschwindigkeitskindex der Klassen L (bis 120 km/h), M (bis 130 km/h), N (bis 140 km/h), P (bis 150 km/h) oder Q (bis 160 km/h) gekennzeichnet sind. Entscheidend ist dabei nicht, welche Geschwindigkeitsklasse in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) als maximal möglich vermerkt ist, sondern welcher Reifen tatsächlich auf den Fahrzeug gefahren wird. Die Angabe im Fahrzeugschein spielt allerdings dann eine Rolle, wenn dort Reifen der Klasse R (bis 170 km/h) oder höher eingetragen sind. Bei Fahrzeugen mit einer solchen Eintragung darf der Index des aufgezogenen Reifens nicht unter dem in den Papieren eingetragenen Geschwindigkeitsindex liegen.

Bei einem Verstoß gegen diese gesetzlichen Vorgaben drohen empfindliche Geldstrafen, die deutlich über den Beträgen für ähnliche Verstöße in Deutschland liegen. Der Automobilclub nennt bei Zuwiderhandlung Beträge zwischen 419 und 1.682 Euro. Noch schlimmer als die reine Geldstrafe ist jedoch der Umstand, dass falsch bereifte Fahrzeuge sogar beschlagnahmt werden können. Unabhängig von den Strafen in Italien sollte aber generell auf den Einsatz von Winterreifen im Sommer verzichtet werden, das diese besonders an heißen Tagen deutlich längere Bremswege verursachen als Sommerreifen. Erst jüngst haben wir darauf hingewiesen, dass dadurch nicht nur ein Sicherheitsproblem entsteht, sondern auch Einschränkungen beim Versicherungsschutz möglich sind.

Bildquelle: autozeitung

Meinung des Autors

Andere Länder, andere Sitten: in Italien ist die Verwendung bestimmter Reifen in den Sommermonaten verboten. Die zulässige Bereifung ist an den Geschwindigkeitsindex gekoppelt - was bei einem Tempolimit von maximal 130 km/h allerdings kaum verständlich ist. Befolgen sollte man die Vorschrift dennoch, denn die Strafen können extrem teuer werden.
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