IAA 2017: Tesla verzichtet auf Messeauftritt - Model 3 nicht in Deutschland zu sehen

09.08.2017 14:19 Uhr | geronimo

In wenigen Wochen öffnet die diesjährige Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt ihre Pforten. Einer der im wahrsten Sinne des Wortes spannendsten Autohersteller wird auf der Messe jedoch nicht vertreten sein, denn der Elektrofahrzeugbauer Tesla kommt nicht. Das weckt unschöne Erinnerungen an den Auftritt vor zwei Jahren, doch immerhin spielt man dieses mal mit offenen Karten

Der Radio-Sender hr-info mit Sitz in Frankfurt am Main hatte darüber berichtet, dass Tesla in diesem Jahr nicht auf der IAA vertreten sein wird. Das Unternehmen hat dies laut Agenturmeldungen inzwischen bestätigt. Man begründet den Schritt damit, dass man kein traditioneller Autohersteller sei und man deshalb nicht auf die üblichen Branchenveranstaltungen festgelegt ist. Weiter sagte eine Unternehmenssprecherin: „Wir bewerten jedes Event, um den besten Weg zur Interaktion mit unseren Kunden zu finden“. Und da hätte Tesla in Bezug auf die IAA in der Tat viel verbessern müssen, was man aber wohl gar nicht will.

Vor zwei Jahren gab es nämlich reichlich enttäuschte Gesichter von Autofans im Allgemeinen und Tesla-Fans im Besonderen. Viele davon hatten sich nämlich auch und ganz besonders deshalb auf den Weg zur Messe gemacht, um das damals neue SUV Model X erstmals live zu sehen. Immerhin standen die ersten Serienfahrzeuge in den USA unmittelbar vor der Auslieferung, und auch eine entsprechende Ankündigung der Autobild hatte die Hoffnungen auf einen oder mehrere der Geländewagen auf dem Messestand genährt. Umso größer war die Ernüchterung, als lediglich der alte Bekannte Model S gezeigt wurde. Das Standpersonal war über die Entscheidung ebenfalls „not amused“, denn nicht wenige Besucher machten ihrem Frust mit mehr oder weniger harten Kommentaren Luft. In diversen Foren gab es dazu die passenden Beiträge – und auch wir erklärten den Auftritt von Tesla zu einem der Flops der IAA 2015.

In diesem Jahr hätte sich die Geschichte im Prinzip wiederholt, und das vielleicht sogar noch extremer. Gemeint ist das neue Model 3 (Bild oben), das in Kürze ebenfalls erstmals ausgeliefert wird und Tesla zum ernstzunehmenden Massenhersteller machen soll. Auf dieses Fahrzeug dürften noch mehr Menschen gespannt sein, als seinerzeit auf das Model X, denn immerhin starten die Preise in den USA bei „verbraucherfreundlichen“ 35.000 Dollar und sollten hierzulande bei einen kaum höheren Wert in Euro in Euro beginnen. Doch die Neugier auf den elektrisch angetriebenen Kompaktwagen kann oder vielmehr will man bei Tesla (noch) nicht befriedigen. Angesichts der oben beschriebenen Erfahrungen ist es dann durchaus verständlich, dass man sich gleich ganz aus der Schusslinie nimmt. Und es ist gut, dass dies lange im Voraus feststeht, damit sich jeder darauf einstellen kann.

Anmerkung: hier gibt es alle Informationen zur IAA 2017: Öffnungszeiten, Tickets, Preise, Anreise und Parken. Und hier finden sich ausführliche Details zu den Zukunftsplänen von Tesla mit Model Y, Model R und anderen.

Meinung des Autors

Als Optimist unter den Tesla-Fans hat man natürlich auf das Model 3 auf der IAA gehofft, doch realistisch betrachtet war das eher unwahrscheinlich. Dass Tesla jetzt gleich ganz verzichtet, ist aber schon enttäuschend, denn so oft gibt es die Autos in Deutschland nicht zu sehen. Es wäre allerdings fraglich gewesen, ob die empfindlichen hinteren Flügeltüren des Model X fast zwei Wochen harten Messeeinsatz überstanden hätten.

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