Hauptuntersuchung: Änderungen ab 20. Mai 2018 im Überblick

18.05.2018 12:16 Uhr | geronimo

Ab diesem Sonntag treten neue Regeln und Veränderungen bei der Hauptuntersuchung (HU) in Kraft, mit denen die Überprüfung der Fahrzeuge umfangreicher ausfällt und für mehr Sicherheit sorgen soll. Nachfolgend ein Blick auf das, was sich ändert

Wer ab Dienstag nach Pfingsten eine Hauptuntersuchung an seinem Auto durchführen muss – egal ob bei TÜV, Dekra oder einer anderen Prüforganisation -, wird mit einem erweiterten Prüfprogramm konfrontiert. Neu ist zum einen, dass künftig auch Komponenten für die Datenkommunikation und Datenspeicherung im Fahrzeug untersucht werden. Dazu zählt unter anderem das elektronische Notrufsystem eCall, das seit 1. April 2018 in allen neuen Fahrzeugen Pflicht ist. Die Prüfung soll aber auch für weitere Systeme gelten, die in Zukunft Bestandteil der Fahrzeugausstattung bei den verschiedenen Stufen des automatisierten Fahrens werden. Bislang hat die Sache laut Richard Goebelt, Bereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband (VdTÜV), aber einen Haken: „Die konkreten Prüfverfahren dieser Systeme sind derzeit noch in der Entwicklung“. Offenbar mauern die Fahrzeughersteller, denn Goebelt betont: „der TÜV-Verband setzt sich bereits seit langem für eine zeitnahe gesetzliche Grundlage ein, um alle Fahrzeughersteller zu verpflichten, die relevanten Softwareinformationen für die elektronische Prüfung mit dem HU-Adapter bereit zu stellen.“. In diesem Prüfpunkt ist also erst einmal nicht mit ernsten Konsequenzen zu rechnen.

Bei einem anderen Punkt sieht das anders aus. Und zwar bei der Überprüfung der Funktionstüchtigkeit eines vorhandenen Reifendruck-Kontrollsysteme (RDKS). Sollte dieses außer Funktion oder stillgelegt sein, kann künftig keine Plakette mehr erteilt werden. Wie uns Anfrage von Herrn Goebelt mitgeteilt wurde, handelt es sich dabei um einen sogenannten erheblichen Mangel, bei dem eine Weiterfahrt bis zur Nachprüfung möglich ist. Es handelt sich also nicht um die ebenfalls ab 20. Mai mögliche neue Mängelklasse, über die wir in unserer Übersicht aller Mängelklassen informieren.

Die Prüfzeit soll sich durch die neuen Prüfpunkte nicht verlängern. Inwieweit aber eine Preiserhöhung möglich ist, wurde nicht mitgeteilt.

Meinung des Autors

Immer mehr Elektronik in modernen Fahrzeugen. Da ist es schon verständlich, dass die Spielregeln bei der Hauptuntersuchung angepasst werden. Dass dies bei einem Prüfpunkt, der durchaus sicherheitsrelevant sein kann, erst jetzt der Fall ist, ist schon etwas unverständlich.

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