Gut vorbereitet in den Winter: Woran Autofahrer jetzt denken sollten

29.10.2018 13:05 Uhr | Redaktion

Winterliche Bedingungen verlangen sowohl Autofahrern als auch ihren Fahrzeugen einiges ab. Kälte, Schnee und Frost machen die Fahrt teilweise überaus unangenehm und riskant. Verzichten, können viele dennoch nicht auf ihr Auto. Dieser Beitrag fasst zusammen, welche Vorkehrungen getroffen werden sollten, um bestmöglich auf den Winter vorbereitet zu sein.

Ein Muss: Winterreifen mit ausreichend Profil

Jedes Jahr ereignen sich Unfälle unnötig, weil Fahrzeughalter mit Sommerreifen auf schneebedeckter Fahrbahn unterwegs sind. Eine fahrlässige Verhaltensweise, die bei Unfällen zurecht Strafen nach sich zieht. Um weder sich selbst noch andere zu gefährden, müssen Autofahrer rechtzeitig auf Winterreifen wechseln. 2017 wurden die Anforderungen an die Reifen geändert, doch viele sind sich dessen nicht bewusst. Wesentliche Informationen zum Thema Winterreifen in Deutschland:

  • Reifen mit M + S Kennzeichnung genügen nicht mehr beziehungsweise nur noch bis zum Ende der Übergangsfrist am 30. September 2024.
  • Stattdessen sind laut StVZO § 36 Abs. 4 wintertaugliche Reifen mit dem Schneeflocken Bergpiktogramm, auch als Alpine-Symbol bezeichnet, erforderlich.
  • Eine kalendarisch festgelegte Pflicht zum Fahren mit Winterreifen gibt es nicht. Winterreifen müssen immer dann verwendet werden, wenn winterliche Straßenverhältnisse herrschen.

Doch nicht nur die Art der Reifen ist wichtig. Eine große Rolle spielt außerdem die Profiltiefe. Abgefahrene Reifen können verheerende Folgen haben und sind unbedingt durch neue zu ersetzen. Während bei Sommerreifen der Wechsel ab drei Millimetern empfehlenswert ist, sollte er bei Winterreifen bereits bei vier Millimetern Profiltiefe durchgeführt werden. Der Grund: Bei weniger Profiltiefe nimmt die Reifenhaftung auf der Straße markant ab. Das Fahrverhalten verschlechtert sich, das Unfallrisiko steigt. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe in Höhe von 1,6 Millimetern ist hier keinesfalls als Maßstab zu betrachten, sondern lediglich als absolutes Minimum. Im Winter untragbar.

Welches Bußgeld fehlende Winterreifen nach sich ziehen, erklären wir in diesem Beitrag.

Für gute Sicht sorgen

Ein nicht zu unterschätzendes Problem in Herbst und Wintermonaten ist die zunehmende Feuchtigkeit. Sie fördert nicht nur Schimmel und ein unangenehmes Klima im Fahrzeuginneren, sondern hat negativen Einfluss auf die Sichtverhältnisse. Beschlagene Scheiben können während der Fahrt riskant werden. Dennoch nehmen einige Autofahrer in Kauf, dass sie die Fahrbahn nur eingeschränkt einsehen können. Zeitmangel ist in der Regel das Problem. Effektiv vorbeugen, lässt sich mit speziellen Auto-Entfeuchtern, die in Form kleiner Kissen im Auto platziert werden. Als Füllstoff greifen viele Hersteller inzwischen auf Naturgranulat zurück. Es nimmt Feuchtigkeit im Wagen auf und speichert sie. Die Feuchtigkeitsaufnahme variiert, sollte aber nicht unter 600 Milliliter liegen. Mehr Informationen finden Interessenten im Testportal von Auto Bild, das aktuelle Produkte verglichen und einen Ratgeber für Verbraucher veröffentlicht hat. Unter anderem wird erklärt: „Im besten Fall legen Sie das Kissen mit dem Entfeuchter-Granulat in die Nähe der Windschutzscheibe. So sorgt das Kissen dafür, dass die Windschutzscheibe auch im Winter weniger stark beschlägt.“

Weitere Tipps für freie Scheiben und Verkehrssicherheit:

  • Insbesondere Windschutzscheibe, Heckscheibe und Seitenspiegel regelmäßig reinigen. Schmutz und Staub begünstigen das Beschlagen.
  • Die Wischanlage muss vor dem ersten Frost mit Frostschutzmittel befüllt werden.
  • Sind Scheiben innen vereist, hilft Enteiser-Spray. Für außen ist im Handel zahlreiches Zubehör erhältlich. Eiskratzer jeglicher Art erleichtern das Entfernen von Eis.
  • Auch Rücklichter, Blinker, Scheinwerfer, Dach, Motorhaube und die Autokennzeichen müssen im Winter frei von Eis und Schnee sein.

Autofahrer, die beim Fahren mit einer vereisten Windschutzscheibe erwischt werden, welche nur ein Guckloch zulässt, müssen mit einem Verwarngeld von zehn Euro rechnen.

Fahrweise anpassen

Winterreifen allein schützen nicht vor einem Unfall. Eine wirkungsvolle Schutzmaßnahme ist das Anpassen der Fahrweise an die winterlichen Bedingungen. Viele Autofahrer vergessen sich rechtzeitig umzustellen und sich die Risiken in Erinnerung zu rufen. Sobald sich der erste Frost einstellt oder es nach dem Herbst erstmals schneit, kommt es zu zahlreichen Unfällen. Oft wird der Bremsweg unterschätzt. Aber auch rutschige Kurven und schlechte Sicht bei Schneefall werden zum Verhängnis. Wer Geschwindigkeit und Fahrstil anpasst, mindert das Risiko erheblich. Der ADAC hat zusammengefasst, wie Verkehrsteilnehmer im Winter sicher ans Ziel kommen und weist auf kontrolliertes Bremsen hin: „Machen Sie immer wieder eine kurze Bremsprobe auf freier Strecke, wenn keine Gefahr für andere besteht. Dadurch bekommen Sie ein Gefühl für die Straßenlage und den verlängerten Bremsweg auf glatter Fahrbahn.“ Das Video des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs klärt abschließend auf:

Fotos: manfredrichter / MichaelM / https://pixabay.com
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