GM investiert weiter in Opel - neue Abstimmung könnte Werkschließung in Bochum verzögern

24.04.2013 13:14 Uhr | geronimo

Der amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) hält an der seit Jahren angeschlagenen deutschen Tochter Opel fest und investiert zukünftig hohe Summen in die Modernisierung. Zu den weiteren Nachrichten des Tages gehört eine Empfehlung, die Ablehnung des Sanierungsplans durch die Mitarbeiter des Bochumer Werks zu überdenken

Erst jüngst hatte der GM-Verwaltungsrat angekündigt insgesamt rund vier Milliarden Euro zu investieren, damit die angeschlagenen Marken Opel und der britische Ableger Vauxhall neue Modelle und Motoren entwickeln können. Jetzt legte GM noch einmal nach und versprach zusätzliche 230 Millionen Euro, von denen das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim profitieren soll. Die Summe soll in den nächsten drei bis vier Jahren in neue Testanlagen am Stammsitz sowie am Testzentrum im hessischen Dudenhofen investiert werden. Von den dortigen Entwicklungen profitieren allerdings nicht nur Opel und Vauxhall, sondern alle Marken des GM-Konzerns.

Zeitgleich zu diesen Plänen empfahl der Chef der US-Gewerkschaft UAW Bob King den Angestellten im Bochumer Werk, ihre ablehnende Haltung gegenüber den Sanierungsplänen von Opel noch einmal zu überdenken und eine neue Abstimmung herbeizuführen. Dadurch ließe sich eventuell erreichen, dass das Werk nicht bereits 2014 – und somit zwei Jahre vor dem bisher geplanten Zeitpunkt – geschlossen werden würde. In einem ähnlichen Fall beim amerikanischen Hersteller Ford im Jahr 2008 hatte eine erneute Abstimmung eine Werksschließung verhindert.

Unklar ist, ob es sich bei den Vorschlägen von King um einen Alleingang handelt, oder ob dies mit Gewerkschaftsvertretern, dem Betriebsrat oder der Führungsspitze von Opel oder GM abgesprochen ist. Für Opel könnte es jedoch durchaus vorteilhaft sein, wenn sich die Werksschließung verzögertn würde, denn nach Einschätzung von Experten dürfte es für das Unternehmen eine große Herausforderung darstellen, die Produktion des Zafira innerhalb von nicht einmal zwei Jahren auf andere Werke zu verlagern. Bislang gibt es seitens des Herstellers noch keine Informationen, wo der Van zukünftig gebaut werden soll.


Mit Material von: automobilwoche.de
Bildquelle: Hersteller
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