Führerschein-Prüfung: immer mehr Fahranfänger fallen durch

04.05.2018 10:08 Uhr | geronimo

Früher war alles besser. Manchmal stimmt das sogar, etwas bei der Erlangung der Fahrerlaubnis für Autos und Motorräder. Denn die Durchfallquote steigt zum wiederholten mal an. Besonders schwer tun sich diejenigen, die künftig einen Pkw fahren wollen. Interessant sind aber auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern

Offenbar tun sich immer mehr künftige Autofahrer schwer damit, die notwendigen Prüfungen auf Anhieb zu bestehen. Das zeigt eine aktuelle Statistik des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), laut der bei den theoretischen Prüfungen zum fünften mal, und bei den praktischen Prüfungen zum dritten Mal hintereinander eine Steigerung bei „nicht bestanden“ festzustellen ist. Über alle Führerscheinklassen hinweg versagten in der Theorie im Jahr 2017 immerhin 36,8 Prozent, in der Praxis waren es 28,1 Prozent. Besonders schwierig scheinen die Anforderungen an den Autoführerschein der Klassen B und Co. zu sein, denn hier fielen in der Praxis fast 40 Prozent durch, während es bei der Theorie knapp ein Drittel gewesen sind. Zum Vergleich: beim anspruchsvolleren Lkw (Klasse C und Co.) liegen die Quoten bei rund 16 beziehungsweise 12,5 Prozent.

Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Am besten schneiden die Neulinge in Hessen ab, denn dort beträgt die Durchfallquote über alle Klassen hinweg 31,4 beziehungsweise 23,0 Prozent. Bei der theoretischen Prüfung ist Sachsen-Anhalt mit stolzen 44,9 Prozent das Schlusslicht, bei der praktischen Prüfung bekommt Hamburg mit 41,6 Prozent die rote Laterne überreicht. Die nachfolgenden Statistiken des KBA liefern weitere Zahlen, Daten und Fakten.
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Über die Gründe kann natürlich spekuliert werden. Da sind schnell Argumente wie ein allgemein niedrigeres Bildungsniveau, aber auch mangelnde Konzentration der Generation Smartphone gefunden. Gerhard von Bressensdorf als Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände sieht aber durchaus andere Gründe für die steigenden Werte. Er macht hauptsächlich den Zuwachs nicht deutschsprachiger Bewerber für die schlechteren Theorie-Werte verantwortlich. Die höheren Quoten in der Praxis begründet er ähnlich, denn die ausländischen Fahrschüler würden sich schlicht mit der deutschen Fahrkultur schwer tun, und deshalb bis zu fünf Anläufe zum Bestehen benötigen. Allerdings gibt von Bressendorf auch dem inzwischen gestiegenen Verkehrsaufkommen eine Mitschuld.

Meinung des Autors

Es war mal ziemlich einfach, den Führerschein zu bekommen. Keine Pflichtstunden, überschaubare Regeln und relativ wenig Verkehr machten es den Fahranfängern eben leicht. Das ist aber schon lange vorbei, denn inzwischen hat sich einiges getan - und offenbar kommt damit längst nicht jeder zurecht, denn die Durchfallquote steigt immer weiter an.
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