Führerschein gestohlen oder verloren: was tun und welche Kosten entstehen

20.03.2018 13:25 Uhr | geronimo

Leider kommt es immer wieder vor, dass Autofahrer ihre das Dokument zur Fahrerlaubnis verlieren, oder dass dieses entwendet wird. In diesem Fall benötigt man einen Ersatzführerschein, der natürlich beantragt und auch (teuer) bezahlt werden muss. Nachfolgend Hinweise zum richtigen Vorgehen und den fälligen Beträgen

Sofern der Führerschein gestohlen wird, muss der erste Weg zur Polizei führen. Die dort erstellte Diebstahlbescheinigung gilt als Nachweis zur Ausstellung eines neuen Dokumentes. Diese Bescheinigung ist allerdings kein Ersatz für den nicht mehr vorhandenen Führerschein, bei Kontrollen kann ein Verwarngeld fällig werden. Sofern der Führerschein verloren gegangen ist, muss man nicht bei der Polizei vorstellig werden. In diesem Fall verlangen einige Ämter jedoch eine eidesstattliche Erklärung zum Verlust.

Der nächste Weg ist der zu der zur Fahrerlaubnisbehörde am gemeldeten Wohnort. Diese ist für die Ausstellung des neuen Führerscheines zuständig. Sofern der Führerschein bei einer anderen Behörde ausgestellt worden ist, muss bei dieser eine Karteikartenabschrift beantragt werden, was aber zumeist nur bei alten Papierführerscheinen („Lappen“) der Fall ist. Um den Ablauf zu beschleunigen, kann der Führerscheininhaber dies telefonisch und ohne persönliche Anwesenheit beantragen. Benötigt werden in jedem Fall ein Personalausweis oder Reisepass, sowie ein aktuelle biometrisches Passbild nach ICAO-Standard.

Vor der eigentlichen Ausstellung des neuen Scheins, der inzwischen eine Plastikkarte ist, wird eine Abfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt beauftragt, die bis zu sechs Wochen dauern kann. Der Führerschein selber wird zentral von der Bundesdruckerei in Berlin angefertigt, was noch einmal bis zu zwei Wochen dauern kann, bis der Führerschein beim Amt ankommt. Für Fahrten im Inland kann zur Überbrückung ein Ersatzdokument ausgestellt werden, was teilweise zusätzlich bezahlt werden muss. Wer kurzfristig ins Ausland reisen muss, kann eine beschleunigte Express-Bestellung beantragen, bei der der neue Führerschein in der Regel nach 48 Stunden vorliegt. Gegen zusätzliche Gebühr ist in beiden Fällen ein Direktversand an die gemeldete Adresse möglich.

Folgende Kosten können je nach Preisliste der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde entstehen:

  • Antrag: ab 30 Euro
  • Eidesstattliche Versicherung: ab 30 Euro
  • Ersatzführerschein: ab. 13 Euro
  • Biometrisches Lichtbild: ab 5 Euro
  • Express-Service: ab 25 Euro
  • Direktzustellung: ab 4 Euro

Es muss also mit Kosten von 35 bis über 100 Euro gerechnet werden. Hinzugerechnet werden müssen natürlich Fahrtkosten sowie der eigene Zeitaufwand.

Meinung des Autors

Ein verlorener oder gestohlener Führerschein ist gleich doppelt ärgerlich. Zum einen ist damit viel Lauferei verbunden, zum anderen gibt es den neuen Schein nicht zum Nulltarif. Interessant ist in dem Zusammenhang, dass jede Fahrerlaubnisbehörde quasi eine eigene Preisgestaltung machen kann.

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