Formel 1 'F1 TV': alle Informationen zum Streaming-Dienst der Königsklasse des Motorsports - UPDATE II

21.03.2018 10:43 Uhr | geronimo

12.03.2018, 16:06 Uhr:
Nach über 20 Jahren hat der Pay-TV-Sender Sky die Übertragungsrechte zur Formel 1 verloren. Doch auch künftig wird es möglich sein, alle Trainings, das Qualifying und das eigentliche Rennen live und ohne Werbeunterbrechung zu empfangen. Dafür wird der neue Rechteinhaber ein eigenes Streaming-Portal aufbauen – das jedoch nicht ganz preiswert ist und vor allem anfangs unter diversen Einschränkungen leiden wird

Seit Mitte 1996 haben die kostenpflichtigen Sender DF1 und Premiere sowie deren Nachfolger Sky die Formel 1 komplett übertragen. Seit diesem Jahr ist die Lage anders, denn im klassischen Fernsehen steht jetzt RTL exklusiv als Partner bereit. Diese Entscheidung wurde nicht nur von kritisiert und als Katastrophe für Fans und Rennserie bezeichnet. Und zwar auch deshalb, weil die größtenteils werbefreien Übertragungen ins Internet abwandern könnten. Das hat klare technische Nachteile, und könnte auch gesonderte Kosten nach sich ziehen, so die Befürchtungen. Und tatsächlich ist es so gekommen, wie spekuliert wurde.

Die Rennen und alles drumherum werden ab dieser Saison tatsächlich als Livestream angeboten. Dabei hat man aber nicht eine bereits bestehende Plattform wie Dazn oder den Eurosport Player als Übertragungsweg gewählt, sondern es wird ein eigenständiges Portal unter dem Namen „F1 TV“ aufgebaut. Dieses wird es in zwei Preisstufen geben. Das Paket „F1 TV Access“ verzichtet auf Livebilder, und bietet dafür unter anderem Livetiming, Anzeige der Fahrerposition auf der Strecke und Zugriff auf den Boxenfunk. Dafür werden 26 Euro im Jahr fällig. Das Paket „F1 TV Pro“ wird rund 10 Euro im Monat kosten und dafür umfangreichen Zugriff alle Trainings, Qualifying und Rennen sowie die Onboard-Kameras der Fahrer bieten. Ein Haken ist, dass beim deutschen Live-Kommentar auf die Berichterstattung von RTL zurückgegriffen wird – wenn dort Werbepause ist, hören auch die Zuschauer von „F1 TV“ keine Reportage. Als Alternative steht aber der Kommentar von Sky Großbritannien bereit, zudem gibt es auch eine spanische und eine französische Tonspur.

Der Empfang des Stream setzt natürlich eine ausreichend schnelle Internetverbindung voraus und wird zu Anfang nur auf einem PC möglich sein. Eigenständige Apps für Smartphones mit Android sowie iOS von Apple, aber auch für SmartTV und Geräte wie Amazon Fire TV (Stick), sollen erst im Lauf der Saison folgen. Was auch bedeutet, dass sich gut ausgestattete Zuschauer erst einmal von 4K Ultra HD verabschieden müssen. Das alles klingt erst einmal nur bedingt positiv. Doch es gibt auch gute Nachrichten, denn die Möglichkeiten von Internet und App sollen umfassend genutzt werden können. So wird etwa eine eigene Zusammenstellung der Übertragung möglich sein, bei der beispielsweise das allgemeine Bild des Renngeschehens mit einer On-Board-Kamera eines Fahrers kombiniert werden kann. Zudem gibt es noch einige Bonbons, denn im Preis enthalten sind auch die Rahmenrennen von Formel 2, GP3 und Porsche Supercup, sowie der Zugriff auf das Formel 1 Video-Archiv, in dem „hunderte Stunden“ an Bildmaterial zu finden sein sollen. Und das pro Account auf bis zu drei Endgeräten gleichzeitig.

Sobald es weitere Informationen, etwa zur Internetadresse, eventueller kostenfreier Probezeit, einem Eröffnungsangebot oder der Einführung der Apps gibt, werden wir hier darüber berichten.

Update, 14.03.2018, 11:53 Uhr: Es gibt einige weitere Informationen zum neuen F1 TV. Demnach soll es neben dem Monatsabo auch einen Jahresvertrag geben, der mit rund 80 Euro um einiges günstiger sein wird. Zudem wird offenbar gerade mit RTL verhandelt, ob die Kommentatoren auch während der dortigen Werbepause weiterreden werden. Zudem soll es auch während der drei Trainings-Sessions am Freitag und Samstag, die nicht im Free-TV zu sehen sind, einen Kommentar geben. Wer diesen spricht, ist noch offen, doch es dürfte auch in diesem Fall auf Heiko Wasser und Christian Danner von RTL hinauslaufen.

Auch die Frage, ob man den Stream auch im Ausland empfangen kann, ist wohl geklärt. In den mehr als 40 Ländern, in denen F1 TV regulär angeboten wird, wird das möglich sein. Dazu zählen neben Deutschland unter anderem auch Belgien, Österreich, Frankreich, Ungarn und die USA. Immer noch nicht bekannt ist hingegen die Internetseite von F1 TV, was insofern verwunderlich ist, da die neue Saison bereits in neun Tagen startet. Doch bis Freitag, den 22. März, sollte auch diese Information bekanntgegeben werden.

Update, 21.03.2018, 11:43 Uhr: Kurz vor dem Start der neuen Saison mit den ersten Trainingsläufen am Freitag, den 23. März, und dem Rennen am Sonntag wurden endlich die Preise des neuen „F1 TV Pro“ bekanntgegeben. Die monatliche Gebühr beträgt 7,99 Euro, das Jahres-Abonnement kostet insgesamt 64,99 Euro – was einer Ersparnis von immerhin 32 Prozent entspricht. Die Anmeldung zu den Angeboten der Formel 1 ist auf dieser Homepage möglich, wobei neben dem Namen und einer Mail-Adresse auch das Geburtsdatum angegeben werden muss. Die Übertragungen werden auf dieser Webseite erfolgen.

Update, 17.04.2018, 15:33 Uhr: Nachdem der Start der Streaming-Plattform kurzfristig abgesagt wurde, steht jetzt endlich ein konkreter Termin fest. Informationen dazu und den Einschränkungen der ersten Zeit finden sich in diesem Artikel.

Meinung des Autors

Als die Formel 1 im vergangenen Jahr neue Besitzer bekommen hat, war zu befürchten, dass das auch gewaltige Auswirkungen auf den Fernsehmarkt haben wird. Und genau so ist es auch gekommen, denn die treuen Fans werden jetzt zu einem eigenen Abonnement gezwungen. Dabei wird es in den ersten Monaten extrem viele Beschränkungen geben, die das ganze nicht nur teuer, sondern auch lästig machen. Schöne neue TV-Welt.

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