Fiat investiert 9 Milliarden Euro in Europa - Fiat 500 künftiges Hauptmodell

10.12.2013 15:14 Uhr | geronimo

Der italienische Autohersteller Fiat befindet sich nach wie vor in einer grundlegenden Krise, wofür vor allem die schwächelnden Absätze in Europa verantwortlich sind. Doch anstatt den Gürtel immer enger zu schnallen, will das Unternehmen dank kräftiger Investitionen schon bald wieder schwarze Zahlen schreiben

Das gesamte Investitionsvolumen soll rund 9 Milliarden Euro betragen, wie der Wirtschaftsdienst Bloomberg unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte Insider vermeldete. Der Betrag soll aber nicht nur Fiat alleine stärken, sondern auch den nobleren Marken Alfa Romeo und Maserati zugute kommen, bei denen auch zukünftig der Fokus auf „Made in Italy“ liegen soll. Maserati ist bereits jetzt mit dem neuen Ghibli, den wir bereits in einem Fahrbericht präsentiert haben, auf dem Weg zu deutlich höheren Stückzahlen. Bei Alfa Romeo soll die Cabrio-Version des neuen Sportwagen 4C für zusätzliche Reputation sorgen, während eine neue Giulia ab 2016 für das „Massengeschäft“ zuständig ist.

Viel wichtiger dürfte jedoch die Stärkung der Hauptmarke sein, die nach wie vor unter wegbrechenden Verkaufszahlen zu leiden hat. Aus diesem Grund wird man sich bei Fiat künftig noch stärker auf den Fiat 500 konzentrieren, um den herum eine komplette Modellfamilie entsteht. Neben dem bereits jetzt verfügbaren Minivan Fiat 500 L wird es zukünftig auch einen viertürigen Fünfhunderter geben, der den aktuellen Polo-Konkurrenten Punto beerben wird. Dieses Modell wird allerdings, wie einige andere auch, aus Kostengründen in Polen gebaut werden.

Weitere Teile einer Produktoffensive stehen aber aktuell wohl auf dem Prüfstand. Ursprünglich hatte Fiat-Chef Sergio Marchionne angekündigt, dass bis 2016 insgesamt 20 neue Fahrzeug auf den Markt kommen sollten, darunter alleine 8 Modelle von Alfa Romeo wie beispielsweise den neuen Spider, der ab 2015 bei Mazda in Hiroshima produziert werden soll. Jetzt wird das gesamte Vorhaben wohl überprüft, eine Vorstellung der neuen Strategie soll dann im April nächsten Jahres erfolgen. Ob sich damit aber, wie jetzt vermeldet, die Gesamtmarke binnen drei Jahren wieder in die Gewinnzone führen lässt, ist aktuell zweifelhaft. Immerhin hat Fiat seit 2011 insgesamt 2 Milliarden Euro Verlust eingefahren, in den ersten 9 Monaten dieses Jahres wurden 304 Millionen Euro verloren. Ohne die derzeit starke Tochter Chrysler würde die Lage sogar noch wesentlich dramatischer aussehen.

Top