Fehlende Winterreifen: doppeltes Bußgeld möglich - Fahrzeughalter in der Pflicht

04.10.2018 10:04 Uhr | geronimo

Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor, dass man bei winterlichen Straßenbedingungen mit geeigneter Bereifung unterwegs sein muss. Die entsprechenden Sanktionen in Form von Verwarngeldern wurden in diesem Jahr verschärft, was aber nur die wenigsten Autofahrer wissen. Das kann durchaus teure Folgen haben

Bis Ende letzten Jahres wurde alleine der Fahrer eines Pkw zur Kasse gebeten, wenn er bei schnee und Eis ohne Winterreifen erwischt wurde. Das hat sich aber geändert, wie das zuständige Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vor rund einem Jahr mitgeteilt hat. Seit dem 1. Januar 2018 gilt nämlich:

Ab sofort wird auch der Halter zur Verantwortung gezogen, wenn er zulässt oder sogar anordnet, dass sein Fahrzeug bei Schnee oder Glatteis ohne Winterreifen unterwegs ist.

Konkret bedeutet das, dass theoretisch sogar ein zweimaliges Bezahlen einer Geldstrafe möglich ist. Folgende Beträge können fällig werden:

  • Fahrer: Bei einem einfachen Verstoß werden 60 Euro fällig, mit Behinderung steigt das Bußgeld auf 80 Euro an. In beiden Fällen wird zudem ein Punkt um Flensburger Verkehrszentralregister eingetragen.
  • Halter: Dieser wird mit 75 Euro zur Kasse gebeten und ebenfalls mit einem Punkt in der Verkehrssünderkartei bestraft.

Diese Regelung gilt allerdings nur dann, wenn Fahrer und Fahrzeughalter bei einem Verstoß nicht identisch sind.

Ganz wichtig in dem Zusammenhang: alle nach dem 1. Januar 2018 hergestellten Winterreifen müssen das sogenannten „Alpine“-Symbol in Form eines stilisierten Gebirges mit Schneeflocke tragen (Bild oben), um als Winterreifen anerkannt zu werden. Vor dem Stichtag produzierte Reifen dürfen gemäß einer Übergangsregelung aber noch bis zum 30.09.2024 verwendet werden.

(Bildquelle: fotolia; ADAC)

Meinung des Autors

Bislang war alleine der Fahrer eines Fahrzeugs dafür verantwortlich, dass er im Winter mit geeigneter Bereifung unterwegs ist. Das hat sich aber inzwischen geändert, denn jetzt kann der Halter zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Und das gilt nicht nur im privaten Bereich, sondern auch bei Mietwagen und Geschäftsfahrzeugen.

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