Fahrradstraße: Rechte, Pflichten und sonstige Regelungen im Überblick

25.04.2018 12:30 Uhr | geronimo

Nach derzeitigem Stand gibt es in Deutschland bereits weit über 300 Straßen, die ganz oder zumindest teilweise als sogenannte Fahrradstraße ausgewiesen sind. Über das, was Radfahrer dort dürfen und Autofahrer beachten müssen, wissen aber viele Verkehrsteilnehmer nicht Bescheid. Daher erklären wir nachfolgend, was es mit diesen besonderen Radstrecken auf sich hat

Der Beginn einer Fahrradstraße wird durch das Verkehrszeichen 244.1 (Bild oben, linke Seite) angezeigt, das Ende wird mit Zeichen 244.2 gekennzeichnet. Zusätzlich finden sich oftmals mehr oder weniger deutliche Markierungen auf der Fahrbahn, die auf die Fahrradstraße hinweisen. Auf den ausgewiesenen Straßen genießen Radfahrer ansonsten unübliche Privilegien. Sie dürfen daher entgegen den sonstigen Regelungen auch nebeneinander fahren. Und das in beiden Richtungen, selbst wenn die Straße eine Einbahnstraße ist. Für Kinder unter acht Jahren und für Inlineskater gelten jedoch die üblichen Vorschriften, nach denen diese beiden Gruppen einen eventuell vorhandenen Gehweg benutzen müssen. Ein Zusatzschild kann Inlineskatern jedoch die Nutzung der Straße gestatten.

Gleiches gilt auch für Kraftfahrzeuge. Diese sind auf Fahrradstraßen generell ausgenommen, es sei denn, dass Zusätze wie „Anlieger frei“ oder „Kraftfahrzeuge frei“ eine Nutzung gestatten. Doch auch bei einer solchen Freigabe haben Fahrräder immer Vorrang vor allen anderen Verkehrsmitteln. Fahrzeugführer müssen daher ihre Geschwindigkeit bei Bedarf verringern oder gar anhalten, damit Radfahrer ungehindert und ohne Gefährdung fahren können. Die Geschwindigkeit für Kraftfahrzeuge ist grundsätzlich auf maximal 30 km/h begrenzt. Dabei gilt generell die Vorfahrtsregel rechts vor links (auch für Radfahrer!), sofern keine anderen Regelungen angezeigt werden.

Meinung des Autors

In immer mehr Städten werden sogenannte Fahrradstraßen angelegt, auf denen sich Radfahrer besonders sicher fühlen sollen. Dafür gibt es besondere Regelungen, die Fahrräder klar bevorzugen. Autofahrer spielen hingegen nur die zweite Geige, ob es ihnen passt oder nicht. Doch über Rechte und Pflichten herrscht auf beiden Seiten oftmals Unwissenheit.

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