Fahrrad auf dem Gehweg: wann Radfahrer den Fußgängerweg benutzen dürfen und müssen

25.07.2018 12:39 Uhr | geronimo

In Deutschland ist der Verkehrsraum zumeist zugunsten der Autofahrer aufgeteilt. Das bedeutet oftmals, dass Radfahrer oftmals auf den Bürgersteig ausweichen sollen. Wir erklären nachfolgend, wann das erlaubt und wann es sogar zwingend vorgeschrieben ist

Bei der Benutzung von Fußgängerwegen durch Radfahrer muss zwischen zwei verschiedenen Möglichkeiten unterschieden werden.

Pflicht:

  • Sofern ein Verkehrsweg mit den Zeichen 240 (Bild oben) gekennzeichnet ist, müssen Radfahrer dort fahren und sich die komplette Fahrbahnbreite mit Fußgängern teilen. Dabei haben Personen, die zu Fuß unterwegs sind, stets Vorrang. Sofern Zeichen 241 verwendet wird, bei dem die stilisierten Fußgänger und das Fahrrad nebeneinander abgebildet sind, muss ebenfalls dort gefahren werden, doch es soll eine Trennung und Sortierung der Verkehrsflüsse stattfinden. Diese wird oftmals durch eine optische Markierung unterstützt. Die Verpflichtung gilt für alle Arten von Fahrrädern, also auch für Rennräder – denn für diese gibt es schlicht keine Ausnahmen, was die Nutzungspflicht von Radwegen angeht.

Freiwillig;

  • Sofern das Verkehrszeichen für den Gehweg mit einem Zusatzzeichen wie „Fahrräder frei“ versehen ist (Bild unten), dürfen Radfahrer den Fußgängerweg mitbenutzen. In diesem Fall haben die Fußgänger aber ebenfalls Vorrang, weshalb besonders achtsam gefahren werden sollte. Das gilt auch an Kreuzungen, da Autofahrer dort nicht zwingend mit Radlern auf dem Gehweg rechnen.
  • Seit 1. Januar 2017 dürfen Eltern ihre Kinder bis acht Jahre bei deren Fahrt auf dem Bürgersteig begleiten, und zwar ganz unabhängig davon, ob dort Radfahren erlaubt oder verboten ist. An Kreuzungen und Einmündungen müssen alle Personen absteigen und schieben.

Egal, ob freiwillig oder verpflichtet: wenn sich Radfahrer und Fußgänger einen Weg teilen, sollten alle versuchen, so rücksichtsvoll und gleichzeitig so entspannt wie möglich umzugehen.

Meinung des Autors

Vielen Radfahrern ist unwohl bei dem Gedanken, sich den Weg mit Fußgängern zu teilen, denn diese verhalten sich oftmals ziemlich unvorhersehbar. Der Haken ist jedoch, dass es manchmal keinen offiziellen Ausweg gibt, denn oftmals ist die Nutzung schlicht vorgeschrieben. Manchmal ist sie auch freiwillig, was je nach Situation aber überaus sinnvoll sein kann.

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