Facelift beim Auto: Vorteile und Nachteile der Modellpflege

19.01.2018 15:35 Uhr | geronimo

Großserienfahrzeuge haben üblicherweise eine Produktionszeit von sieben bis acht Jahren. Damit das jeweilige Modell über die gesamte Bauzeit hinweg attraktiv bleibt, findet in der Regel nach drei bis fünf Jahren eine mehr oder weniger aufwendige Überarbeitung statt. Das hat zumeist positive Auswirkungen, doch auch negative Aspekte können dabei auftreten

Nach rund der Hälfte der Bauzeit bekommen Autos eine Modellpflege spendiert, die gerne auch als MoPf abgekürzt wird. Augenfälligstes Merkmal ist eine gestalterische Überarbeitung, die zumeist Scheinwerfer und Stoßfänger betrifft, wie etwa auf dem obigen Bild zu erkennen ist. Auch neue Farben für die Lackierung werden manchmal mit dem Facelift eingeführt. Im Innenraum erkannt man die Maßnahme in vielen Fällen an geänderten Stoffen, anderen Lenkrädern und hin und wieder auch überarbeiteten Instrumenten. Doch auch bei der Technik sind vielfach Veränderungen festzustellen. Teilweise werden neue Motoren eingeführt, oder aber ältere Aggregate dahingehend modernisiert, dass sie beispielsweise verschärfte Abgasnormen einhalten. Manche Modellpflegemaßnahmen gehen sogar noch deutlich weiter und greifen in die Struktur der Fahrzeuge an, um etwa die Unfallsicherheit zu verbessern.

Auch an anderer Stelle lassen sich oftmals Verbesserungen feststellen. Und zwar bei der Grundausstattung, die nach dem Facelift Extras enthält, die zuvor gesondert bezahlt werden mussten. Und das, obwohl das jeweilige Fahrzeug nach der Umstellung nicht oder kaum teurer geworden ist. Grund hierfür ist zumeist eine andere Kalkulation, da nach einigen Jahren die Entwicklungskosten der jeweiligen Modelle abgeschrieben sind und trotz umfangreicherer Ausstattung mehr Geld am einzelnen Auto verdient wird. Oder weil die entsprechenden Bauteile einfach preiswerter geworden sind, weshalb man sie zur Aufwertung der Autos einsetzt. Gleiches gilt für Extras und auch Assistenzsysteme, die bislang nicht erhältlich waren, nach dem Facelift jedoch zu bekommen sind.

Doch das alles ist nur die eine Seite der Medaille. Denn teilweise müssen künftige Käufer auch mit Verschlechterungen leben. In der Fachsprache wird das „Entfeinerung“ genannt, wohinter zumeist die Controller des jeweiligen Herstellers stehen. Dann hat der Neuwagen auf einmal keine getönten Scheiben mehr, das Lenkrad ist ab Werk in Kunststoff statt in Leder ausgeführt oder dem Radio fehlen CD-Player und Schnittstellen, die dann extra bezahlt werden müssen. Auch bei der Technik können solche Maßnahmen stattfinden, wenn etwa Kabelbäume gekürzt oder Dämmmaterialien eingespart werden. Manchmal fallen auch selten bestellte Optionen weg, wie teures Xenon-Licht bei Kleinwagen, was im Einzelfall durchaus ärgerlich sein kann.

Fazit: In den meisten Fällen bekommen die Käufer nach einem Facelift mehr Auto für ihr Geld. Doch die Unternehmen haben selten etwas zu verschenken, weshalb so mancher Verbesserung eine Verschlechterung an anderer Stelle gegenübersteht. Hier sollte genau verglichen werden, was sich nach der Modellpflege ändert – und bei Bedarf das neue Fahrzeug noch vor dieser Maßnahme bestellt werden.

Meinung des Autors

Im Prinzip bekommt jedes Auto nach einer gewissen Bauzeit ein Facelift spendiert. Neben einem geänderten Design kann das auch Verbesserungen bei Ausstattung und Technik mit sich bringen. Allerdings kann auch das Gegenteil der Fall sein, denn die Hersteller rechnen immer mit sehr spitzem Bleistift - und manchmal auch dem Rotstift.

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