eCall: automatischer Notruf Pflicht ab 2018

03.03.2015 13:19 Uhr | geronimo

Nach einem Unfall sind der Fahrer und die Passagiere oftmals nicht in der Lage, selber Hilfe zu rufen. Abhilfe können automatische Systeme schaffen, die selbstständig die Rettungskräfte informieren. Ab 2018 sollen nach den Plänen der EU alle Neuwagen entsprechend ausgestattet sein

Bereits jetzt sind diverse Neufahrzeuge mit Notrufsystemen ausgestattet. Hersteller wie Audi, BMW, Mercedes und auch Volvo bieten entsprechende Möglichkeiten an, die vor allem in den gehobenen Preisklassen optional oder sogar serienmäßig zu bekommen sind. In der Regel verständigen diese Assistenten ein firmeneigenes Team, das dann bei Bedarf die Rettungskräfte alarmiert. In Zukunft soll das in allen Fahrzeugen, und vor allem ohne den Zwischenschritt über die Call Center der Unternehmen möglich sein.

Die Einführung des sogenannten eCall oder E-Call wurde jetzt von den Staaten der Europäischen Union zum Stichtag 31. März 2018 beschlossen. Die Systeme sollen in Notsituationen automatisch einen Notruf über die einheitliche Rufnummer 112 auslösen und dabei auch standortbezogene Daten wie Ort und Zeitpunkt des Unfalls übermitteln. Durch den Wegfall des oben beschriebenen Zwischenschrittes soll der Zeitraum zwischen Unfall und Eintreffen der Rettungskräfte weiter verkürzt werden.

Die Verpflichtung zu solchen Systemen hat aber nicht nur Vorteile. Die gesamte Technik, die aus mehreren Komponenten wie GPS-Empfänger, GSM-Modul zur Verbindung mit dem Mobilfunknetz, speziellen Steuergeräten und Sensoren, Notstromversorgung, Mikrofon und Lautsprechern sowie weiteren Bauteilen besteht, gibt es nicht zum Nulltarif. Vor allem in den unteren Preisklassen dürfte die Aufrüstung eine Preissteigerung mit sich bringen, denn die Kosten der Hardware werden ganz sicher auf die Kunden abgewälzt. Zudem dürften Datenschützer den Systemen kritiosch gegenüber stehen, denn sie erlauben theoretisch eine genaue Ortung der Fahrzeuge beziehungsweise die Erstellung von Fahrprofilen. Diese Bedenken sollen dadurch zerstreut werden, dass die ermittelten Daten bei Nichtgebrauch zeitnah gelöscht werden.

Die Gesetzesänderung muss noch vom Europaparlament beschlossen werden, wobei das nur eine Formsache sein dürfte. Nach dem Beschluss soll die technische Infrastruktur bereits ab dem 1. Oktober 2017 zur Verfügung stehen. Herstellereigene Systeme können weiter genutzt werden, sofern sie nicht mit dem neuen System in Konflikt geraten.

(Mit Material von: Automobilwoche
Bildquelle:ADAC)

Meinung des Autors

Der automatische Notruf wird kommen - ist das ein Schritt zu mehr Sicherheit oder doch eher die totale Überwachung?

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