Deutsche Autohersteller nutzen Messe für Unterhaltungselektronik CES für einen Blick in die Zukunft

06.01.2015 14:30 Uhr | geronimo

Jedes Jahr findet Anfang Januar in Las Vegas die Consumer Electronics Show (CES) statt, auf der ursprünglich Soft- und Hardwarehersteller aus der IT-Branche ihre Neuheiten präsentieren. Seit einiger Zeit nutzen aber diverse Autofirmen die Messe, um die neuesten Innovationen in Bezug auf interaktive Systeme in den Fahrzeugen vorzustellen. In diesem Jahr gibt es dabei besonders viel zu sehen

Moderne Autos werden immer mehr zu Computern auf vier Rädern. Bereits jetzt finden sich in vielen Fahrzeugen umfangreiche Möglichkeiten zur Vernetzung und Nutzung neuester Elektronik, in naher Zukunft wird dies noch deutlich stärker der Fall sein. Um die Innovationen angemessen zu präsentieren, scheint den Fahrzeugherstellern eine Automesse nicht der passende Ort zu sein, denn dort liegt der Fokus der Besucher eher auf Design, Nutzwert oder Leistung. Dementsprechend werden neue technische „Spielereien“ und mögliche Technologien künftiger Autogenerationen mittlerweile gerne auf der CES vorgestellt. In diesem Jahr sind vor allem die deutschen Hersteller mit umfangreichen Ständen und Präsentationen vertreten. Nachfolgend ein kurzer (und wahrscheinlich unvollständiger) Überblick darüber, was die Autobauer von Audi bis VW derzeit vorstellen.

Der Schwerpunkt bei Audi liegt ganz klar beim autonomen Fahren, bei dem der eigentliche Fahrer in den meisten Situationen eher Passagier und Kontrolleur ist. Zur Demonstration wurde das Testfahrzeug Audi A7 Sportback piloted driving concept mit dem Spitznamen „Jack“ auf die knapp 900 km lange Reise vom Silicon Valley nach Las Vegas geschickt. Fahrmanöver wie Beschleunigen, Bremsen oder Spurwechsel wurden dabei vom Fahrzeug selbsttätig durchgeführt, lediglich in besonders schwierigem Umfeld wie dem Stadtverkehr mussten die Fahrer selber steuern. Daneben zeigt Audi das Innenraumkonzept des kommenden SUV Q7 sowie die neuste Generation seiner Laserscheinwerfer. Dieses neuartige Lichtsystem ist auch einer der Schwerpunkte von BMW, wo man zusätzlich auch noch neue Rücklichter mit OLED-Technologie (Bild unten) vorstellt. Ein weiteres wichtiges Thema sind die künftigen Möglichkeiten des hauseigenen Infotainment-Systems ConnectedDrive, über das künftig noch mehr Informationen wie zur aktuellen Verkehrslage abgerufen werden können.

Auch bei Mercedes wird das Thema selbstständiges Fahren mit höchster Priorität behandelt. Dafür haben die Schwaben mit dem F 015 Luxury in Motion sogar ein eigenes Konzeptfahrzeug mit zur CES gebracht. Bei diesem Prototypen steht zudem die Kommunikation zwischen Fahrzeug, Passagieren und Außenwelt. Dafür werden mehrere Monitore sowie verschiedene Sensoren zur Erfassung von Gesten und Augensignalen zur Steuerung der Fahrzeugfunktionen verwendet. Zudem sollen per Laserprojektion und LED-Anzeigen Informationen an an andere Verkehrsteilnehmer gegeben werden.

Auch VW ist mit eigenen Präsentationen auf der CES. Die Wolfsburger zeigen die neuen Möglichkeiten ihrer kommenden Infotainmentsysteme, die das Auto über die Schnittstellen „MirrorLink“, „Android Auto“ (Google) und „Car Play“ (Apple) mit modernen Smartphones koppeln, um dessen Funktionen und Möglichkeiten zu nutzen. Ein weiteres Thema ist die Bedienung von Komfortfunktionen wie Öffnen und Schließen des Schiebedachs oder der Sitzverstellung über Gesten. Zu guter Letzt wird auch eine weitere Evolutionsstufe des Einparksystems „Park Assist“ gezeigt, die selbsttätig häufig genutzte Wege zu Parkplätzen abspeichert und diese künftig entweder teilautomatisiert oder sogar per Fernsteuerung ansteuert. Das soll dann auch dem Rückweg möglich sein.

Die Zukunft wird also noch viele Möglichkeiten bringen, einen ersten und wahrscheinlich ziemlich kleinen Ausblick gewähren die Hersteller bereits jetzt.

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