Crashtest: die besten und schlechtesten Autos bei Assistenzsystemen - UPDATE mit 2017

08.01.2018 13:05 Uhr | geronimo

04.12.2015, 15:41 Uhr:
Die Prüforganisation EuroNCAP testet regelmäßig neue Fahrzeugmodelle auf ihre Unfallsicherheit. Neben den Ergebnissen aus den durchgeführten Crashtests wird dabei auch die Sicherheitsunterstützung bewertet. Dabei sorgen sowohl die Prüfkriterien als auch ihre Gewichtung immer wieder für Kritik

Bei den Untersuchungen von EuroNCAP werden die Assistenzsysteme von Fahrzeugen auf in Bezug auf ihre Funktionalität und/oder Leistung im normalen Fahrbetrieb sowie bei typischen Unfallszenarien überprüft. Davon profitieren teurere Fahrzeuge aus den oberen Klassen aber eher als etwa Kleinwagen, in denen die teuren Helfer oftmals nicht im Budget liegen. Zudem wird oftmals bemängelt, dass die Anwesenheit und Funktion von Sicherheitsassistenten wie elektronische Fahrdynamikregelung (ESP oder ESC), Gurtwarner, Notbremsassistent für höhere Geschwindigkeiten, Spurassistent und vor allem Geschwindigkeitsbegrenzer (manuell oder automatisch) gleich hoch bewertet werden wie die eigentliche Sicherheit bei Unfällen. Durch diese Gleichstellung wird es den Herstellern in den Augen mancher Kritiker zu leicht gemacht, Defizite bei der Unfallsicherheit im Gesamtergebnis zumindest teilweise auszugleichen. Auf der anderen Seite müssen sich die Fahrzeugproduzenten natürlich vorwerfen lassen, dass sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, wenn diese Systeme nicht ordentlich funktionieren oder sogar gänzlich fehlen. Nachfolgend die Ergebnisse in der Kategorie „Sicherheitsunterstützung“ mit den jeweils erreichten Prozentwerten. Dabei kann ein Fahrzeug ganz besonders glänzen, das als einziges über alle Kategorien hinweg die maximale Prozentzahl einfährt.

Hinwies: da EuroNCAP zum Jahr 2014 sein Bewertungssystem teilweise geändert hat, sind frühere Tests nur bedingt vergleichbar. Daher werden nur neue Modelle aus den vergangenen beiden Jahren berücksichtigt.

Die besten Fahrzeuge:

  • Volvo XC90 – 100 Prozent
  • Volvo XC60 – 95 Prozent**
  • Volvo S90 – 93 Prozent**
  • Volvo V90 – 93 Prozent**
  • Ford Edge – 89 Prozent*
  • Honda Civic – 88 Prozent**
  • Mercedes V-Klasse – 85 Prozent
  • Toyota Prius – 85 Prozent*
  • Jaguar XF – 83 Prozent
  • Hyundai Ioniq – 82 Prozent*
  • Jaguar XE – 82 Prozent
  • Kia Stinger – 82 Prozent**
  • Land Rover Discovery Sport – 82 Prozent
  • VW Arteon – 82 Prozent**
  • Infinity Q30 – 81 Prozent
  • Kia Niro – 81 Prozent*
  • Toyota Avensis – 81 Prozent
  • Renault Espace – 80 Prozent
  • Nissan Qashqai – 79 Prozent
  • Mercedes X-Klasse – 78 Prozent**
  • Toyota H-CR – 78 Prozent**
  • BMW X1 – 77 Prozent
  • Lexus RX – 77 Prozent
  • Audi Q7 – 76 Prozent
  • DS 7 Crossback (Citroen) – 76 Prozent**
  • Renault Talisman – 76 Prozent
  • Skoda Superb – 76 Prozent
  • VW Passat – 76 Prozent
  • VW Touran – 76 Prozent
  • Renault Koleos – 75 Prozent**
  • […]
  • Tesla Model S – 71 Prozent

Die schlechtesten Fahrzeuge:

  • Fiat Punto – 0 Prozent**
  • Ford Mustang – 16 Prozent** (1. Prüfung)
  • Alfa Romeo Giulietta – 25 Prozent**
  • Citroen e-Mehari – 25 Prozent**
  • Fiat Doblò – 25 Prozent**
  • Fiat Tipo – 25 Prozent*
  • Kia Picanto – 25 Prozent**
  • Kia Rio – 25 Prozent**
  • Kia Stonic – 25 Prozent**
  • Opel Karl – 25 Prozent**
  • SsangYong Tivoli – 25 Prozent*
  • Suzuki Baleno – 25 Prozent*
  • Suzuki Ignis – 25 Prozent*
  • Toyota Aygo – 25 Prozent**
  • Toyota Hilux – 25 Prozent*
  • Fiat 500 – 27 Prozent**
  • DS 3 (Citroen) – 29 Prozent**
  • Ford C-Max – 29 Prozent**
  • Ford Grand C-Max – 29 Prozent**
  • Ford Ka+ – 29 Prozent**
  • MG ZS – 29 Prozent**
  • Citroen C-Elysée – 33 Prozent
  • Peugeot 301 – 33 Prozent
  • Dacia Duster – 37 Prozent**
  • Dacia Logan MCV – 38 Prozent
  • Lancia Ypsilon – 38 Prozent
  • MG 3 – 38 Prozent
  • Nissan e-NV200 Evalia – 38 Prozent
  • Suzukia Celerio – 38 Prozent
  • SsangYong Tivoli (Sicherheitspaket) – 43 Prozent*
  • Suzuki Baleno (Sicherheitspaket) – 43 Prozent*
  • Suzuki Swift (Sicherheitspaket) – 44 Prozent**
  • BMW Z4 – 46 Prozent
  • Fiat Panda Cross – 46 Prozent
  • Kia Picanto (Sicherheitspaket) – 47 Prozent**
  • Citroen Berlingo – 48 Prozent
  • Peugeot Partner – 48 Prozent
  • Renault Mégane – 48 Prozent (altes Modell)
  • Nissan Micra – 49 Prozent**
  • Mini Countryman – 51 Prozent**
  • Mercedes C-Klasse Cabrio – 53 Prozent**
  • Skoda Kodiaq – 54 Prozent**
  • Citroen C1 – 56 Prozent
  • Hyundai i10 – 56 Prozent
  • Kia Soul / Soul EV – 56 Prozent
  • Mini Cooper – 56 Prozent
  • Smart fortwo – 56 Prozent
  • Fiat Tipo (Sicherheitspaket) – 57 Prozent*
  • Opel Crossland X – 57 Prozent**
  • Opel Vivaro – 57 Prozent
  • Renault Trafic – 57 Prozent
  • Toyota Aygo (Sicherheitspaket) – 57 Prozent**
  • Toyota Yaris – 57 Prozent**

Auffällig ist, dass die Hersteller inzwischen auf die Anforderungen von EuroNCAP reagieren. Bei den besseren Fahrzeugen ist das kaum bemerkbar, aber die Ausreißer nach unten haben in diesem Jahr abgenommen – vom Lancia Ypsilon abgesehen. In der Liste der Besten findet sich etwas abgeschlagen auch das Tesla Model S. Bei diesem Fahrzeug dürfte die Bewertung mittlerweile aber deutlich besser ausfallen, denn das Fahrzeug wird inzwischen mit zusätzlichen Systemen ausgeliefert, von denen viele per Software-Update freigeschaltet und/oder verbessert wurden.

In vorherigen Vergleichen haben wir bereits den Schutz bei Unfällen in den Kategorien „Kinder„, „Erwachsene Insassen“ und „Fußgänger“ gegenübergestellt.

Update, 20.01.2017, 15:50 Uhr: Die Ende 2015 veröffentlichte Übersicht wurde jetzt um die Neuzugänge des Jahres 2016 erweitert. Die neu hinzugekommenen Fahrzeuge sind mit einem Stern gekennzeichnet. Und es müssen gleich vier neue Schlusslichter vermeldet werden, die auf gerade einmal 25 Prozent kommen. Dabei zeichnet sich ein neuer Trend ab, der auch denn für alle diese (und zahlreiche weitere) Fahrzeuge gibt es inzwischen optionale Sicherheitspakete, bei denen gegen Aufpreis Assistenzsysteme geliefert werden, die direkt in die Bewertung von Euro NCAP einfließen. Mit diesen Paketen kommen alle als unsicher eingestuften Wagen auf deutlich bessere Werte.

Ernüchternd ist aber auch, dass sich diese Aufpreispolitik offenbar auch auf der anderen Seite der Rangliste auswirkt. So finden sich unter den besten Fahrzeuge gerade einmal vier Neuzugänge. Am wohl erstaunlichsten dabei ist, dass sich die neue Mercedes E-Klasse nicht darunter befindet, denn diese kommt (ohne Sicherheitspaket) auf gerade einmal 62 Prozent. Natürlich kann man hier wieder einmal trefflich mit den durchaus umstrittenen Prüfkriterien von Euro NCAP argumentieren, die aktive und passive Sicherheit in manchmal nicht nachvollziehbarer Weise verknüpfen. Andererseits sind den Herstellern die Anforderungen natürlich bekannt, und mit der entsprechenden serienmäßigen Ausstattung würde man schlechte Ergebnisse bei den Assistenzsystemen verhindern. Bei manchen Autos würde das sogar dafür sorgen, dass in der Gesamtnote nicht ein oder sogar gleich zwei Sterne abgezogen werden müssen.

Update, 08.01.2018, 14:05 Uhr: Die beiden Listen wurden jetzt um die Testergebnisse aus dem Jahr 2017 erweitert, die jeweils mit zwei Sternen gekennzeichnet sind. Analog zum Schutz von Kindern und Fußgängern fällt auf, dass es im oberen Teil deutlich weniger Neuzugänge als im unteren Bereich gibt. Klarer Gewinner der vergangenen zwölf Monate war Volvo, denn der chinesisch-schwedische Hersteller konnte alle drei getesteten Fahrzeuge direkt hinter dem weiterhin führenden Volvo XC90 platzieren. Als Überraschung darf der neue Honda Civic angesehen werden, der sich erstaunlich weit oben einsortiert – das mit Abstand beste Fahrzeug der Kompaktklasse.

Auf der Negativseite dominieren die „üblichen Verdächtigen“, die auch bei den anderen Prüfkategorien zumeist schlechte Ergebnisse eingefahren haben. Das ist allen voran Fiat, wo man mit dem Punto das schlechteste jemals untersuchte Auto im Programm hat und sich zudem mit weiteren Modellen hinten einsortiert. Ähnlich schlecht sieht es bei Ford aus, denn die Marke hat gleich vier Neuzugänge am unteren Tabellenende. Dabei zeigt dieses Unternehmen, dass man mit gezielten Verbesserungen Boden gut machen kann: im ersten Versuch scheiterte der Mustang im wahrsten Sinne des Wortes krachend, während die nachgebesserte Version es auf immerhin 61 Prozent bringt und sich im soliden Mittelfeld platziert. Ein weiterer Verlierer ist Kia, wo es gute Unterstützung durch Assistenten zumeist nur dann gibt, wenn die Käufer zusätzliches Geld für das Sicherheitspaket in die Hand nehmen. Um es auf den Punkt zu bringen: die meisten Fahrzeuge der genannten Hersteller schneiden schlechter ab als der neue Dacia Duster, der als Low-Budget-Modell eigentlich nicht zur Messlatte taugen sollte.

Meinung des Autors

Bei der Unfallsicherheit spielen Assistenzsysteme eine immer größere Rolle. Dies wird bei der Überprüfung durch Crashtests auch berücksichtigt, wobei sowohl die Prüfkriterien als auch die Gewichtung durchaus nicht unumstritten sind. Sinkende Preise werden in Zukunft für eine stärkere Verbreitung auch bei preiswerteren Autos sorgen.

Ähnliche Artikel

Top