Bremsen auf Schnee und Eis: so kommt man bei Glätte zum stehen

26.02.2018 15:35 Uhr | geronimo

Der aktuelle Winter hat schon so manche Überraschung in Form von Schnee und Eis parat gehabt. Aktuell sorgen kräftige Minustemperaturen für teilweise winterliche Straßenverhältnisse, was das Vorankommen und auch das Anhalten auf den Straßen nicht unbedingt erleichtert. Mit der richtigen Technik lassen sich größeren Probleme aber durchaus vermeiden. Um nach längerer Zeit ohne Zeit ohne Training eventuelle Erinnerungslücken zu schließen, wird unser Ratgeber zu diesem Thema erneut veröffentlicht.

28.01.2015, 16:18 Uhr:
Am zurückliegenden Wochen hat ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet dafür gesorgt, dass in vielen Teilen Deutschlands zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit wieder Schnee gefallen ist. Dementsprechend waren zahlreiche Autofahrer bei den ungewohnten winterlichen Bedingungen ziemlich aus der Übung, weswegen wir in den kommenden Tagen einige Tipps zum richtigen Verhalten geben werden. Mit dem Bremsen setzen wir die Serie fort

Das wichtigste im Winter, egal ob beim Anfahren, unterwegs oder beim Anhalten, ist die richtige Bereifung. Wer bei Schnee und Eis, aber auch auf trockenen, jedoch winterlich kalten Straßen, mit Sommerreifen unterwegs ist, bringt sich und andere in Gefahr. Daher sollte innerhalb der Zeit von O (Oktober) bis O (Ostern) grundsätzlich mit Winterreifen gefahren werden. Diese erleichtern natürlich auch das Bremsen, denn die Reifen mit ihrem grobstolligen Profil und einer weicheren Gummimischung sorgen für mehr Haftung und Spurtreue.

Anders als beim Anfahren, gibt es beim Bremsen so gut wie keine Unterschiede. Oberstes Gebot sollte aber sein, die Geschwindigkeit an die äußeren Bedingungen anzupassen und gegebenenfalls deutlich zu reduzieren, um das Bremsen zu erleichtern. Das zweitwichtigste ist dann wieder einmal das Gefühl im rechten Fuß. Abrupte Bremsmanöver sollten, von Notsituationen abgesehen, vermieden werden, denn durch den plötzlichen Eingriff verändert sich der Fahrzustand oftmals so schlagartig, dass reagieren vielfach nur zu spät oder gar nicht mehr möglich ist. Vielmehr sollte das Bremsen wohl dosiert erfolgen, denn trotz elektronischer Helfer wie ABS neigen die Reifen auf glattem Untergrund zum gelegentlichen Blockieren. Bei älteren Fahrzeugen ohne die Assistenzsysteme ist sogar noch mehr Gefühl und Vorsicht gefragt.

Besondere Vorsicht ist natürlich in Kurven geboten, denn hier schieben bremsende Fahrzeuge gerne über die Vorderräder Richtung Straßengraben oder Gegenverkehr. Deshalb vor Kurven die Geschwindigkeit noch einmal senken, möglichst sanft sowie gleichmäßig lenken und beim eigentlichen Bremsen besonders vorsichtig sein. Sollte das Fahrzeug dennoch ins Rutschen kommen, kann durch leichtes Lösen der Bremse versucht werden, wieder mehr Haftung aufzubauen.

Abschließend noch zwei Tipps: Gerade nach längeren Phasen ohne Schnee und entsprechende Übung, sollte sich vorsichtig an die weiße Pracht angenähert werden. Dementsprechend sind Bremsversuche nach dem Losfahren extrem empfehlenswert, um sich mit den ungewohnten Bedingungen wieder vertraut zu machen. Viele Autofahrer dürften überrascht sein, wie früh die Reifen blockieren und die Assistenzsysteme eingreifen. Die Übungen dürfen natürlich nur dann gemacht werden, wenn die Straße frei ist und niemand gefährdet wird. Oder im Rahmen eines Fahrsicherheitstrainings, wie es diverse Fahrsicherheitszentren, Automobilclubs und Fahrzeughersteller anbieten

Der zweite Tipp richtet sich an die Fahrer von Allradfahrzeugen. Diese sollten nie vergessen, dass sie zwar Vorteile beim Anfahren und unterwegs haben. Beim Bremsen hingegen verliert auch ein 4×4 genau so früh die Haftung, wie ein Fahrzeug mit Front- oder Heckantrieb. Deshalb sollte der Vorteil der vier angetriebenen Räder nur sehr bedingt oder am besten gar nicht für höhere Geschwindigkeiten genutzt werden.

Der erste Teil zum Thema Anfahren findet sich hier.

Bildquelle: Rainer Sturm – pixelio.de

Meinung des Autors

Richtig bremsen im Schnee - jedes km/h weniger dient der Sicherheit. Und bitte üben, üben, üben.
Top