Autobatterie wechseln: was beim Tausch der Starterbatterie zu beachten ist

18.10.2017 14:47 Uhr | geronimo

Früher war zwar nicht alles besser, aber beim Thema Auto war zumindest vieles oftmals einfacher. Das gilt besonders für den oder sogar die Akkus im Fahrzeug, denn diese unterliegen bei modernen Kfz deutlich höheren Belastungen. Und der Tausch in Eigenregie ist inzwischen oftmals schwierig und teilweise sogar gar nicht möglich

Bei Autos ohne allzu viel moderne Elektronik ist eine Autobatterie langlebig und in der Regel zuverlässig. Und wenn sie den Geist aufgibt, passiert das zumeist an den ersten kalten Tagen des Jahres, wenn die Belastungen des Akkus besonders hoch sind. Bei modernen und gut ausgestatteten Fahrzeugen sieht das anders aus, denn diese verbrauchen auch im Stillstand oftmals reichlich Energie. Das kann schon mal dazu führen, dass eine leicht angeschlagene Batterie nach einem langen Wochenende oder einem Urlaub den Wagen nicht mehr starten kann. Dagegen lässt sich im Prinzip auch nichts unternehmen, denn einen Energiesparmodus gibt es nicht. Hier hilft eigentlich nur die regelmäßige Kontrolle der Ladefähigkeit, wenn die Batterie bereits etwas älter ist.

Wer einen neuen Akku benötigt, sollte unbedingt einige Punkte beachten. Einfach in den Laden spazieren und einen ungefähr den Daten der alten Batterie entsprechenden Ersatz kaufen, ist nämlich in vielen Fällen nicht mehr möglich. Moderne Fahrzeugbatterien sind mit der European Type Number (ETN) versehen, die die frühere DIN abgelöst hat. Die neue Kennzeichnung fasst Angaben zu Bauform, Kaltstartstrom, Nennspannung, Kapazität sowie die Lage der Plus- und Minuspole in einer Nummer zusammen. Oftmals ist nur der Tausch gegen eine Batterie mit gleicher Typennummer möglich und zulässig. Besondere Anforderungen stellen Autos mit Start-Stopp-Automatik, denn diese benötigen oftmals spezielle Technologien wie Absorbent Glass Mat (AGM) oder Enhanced Flooded Battery (EFB) für besonders hohe Zyklenfestigkeit und Lebensdauer, wie der TÜV Süd erklärt.

Doch auch mit der passenden Ersatzbatterie ist ein Wechsel nicht so ohne weiteres möglich. Das fängt bereits damit an, dass die Elektronik vieler moderner Fahrzeuge geradezu allergisch auf eine Unterbrechung der Stromzufuhr reagiert. In der Folge sind Datenverluste in Steuergeräten und Infotainment-Systemen möglich, die eine Neuprogrammierung des Radios und anderer Komponenten notwendig machen können. Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung über eine Pufferbatterie oder ein externes Ladegerät ist daher Pflicht. Doch bei einigen Autos ist es selbst damit nicht getan, denn wenn beispielsweise eine Start-Stopp-Automatik oder ein Batteriemanagementsystem vorhanden sind, muss die neue Batterie auch im Steuergerät einprogrammiert und angelernt werden. Das geht nur mit entsprechender Ausrüstung und ist daher zumeist nur in einer entsprechend ausgestatteten Werkstatt möglich. Die Bedienungsanleitung oder das Handbuch zum Fahrzeug geben hier oftmals recht detailliert Auskunft, was tatsächlich zu beachten ist.

Meinung des Autors

Eine Autobatterie muss in modernen Fahrzeugen deutlich mehr leisten, als nur den Anlasser zu betreiben. Dementsprechend schnell geht die verfügbare Energie zur Neige, und auch der Verschleiß ist zumeist (deutlich) höher. Doch ein Akkutausch in der heimischen Garage ist oftmals nicht möglich, denn es gibt viele Fallstricke. Das treibt natürlich auch die Kosten nach oben.

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