Assistenzsysteme machen das Autofahren sicherer

23.01.2018 11:02 Uhr | Redaktion

ABS, ESP, AEB, ACC, LDW und wie sie nicht alle heißen. Auto-Assistenzsysteme machen das Autofahren nicht nur komfortabler, sondern erhöhen auch die Sicherheit. Autoassistenzsysteme sind aus unserer Zeit nicht mehr wegzudenken.

Dank Assistenzsystemen keine Zukunftsmusik mehr: autonomes Fahren

Die Autoassistenten: sicherer, einfacher, wirkungsvoller

Betrachtet man sich die Unfallstatistik der letzten Jahre, könnte man meinen, dass aufgrund immer besserer Technik in den PKWs die Zahlen zurückgegangen sind. Das Gegenteil ist der Fall. Innerhalb der letzten fünf Jahre sind die Gesamtunfälle auf deutschen Straßen um fast 200.000 gestiegen. Wird Autofahren also trotz Assistenten risikoreicher? Nein! Denn auch die Anzahl der Personenkraftwagen steigt natürlich an. Im gleichen Zeitraum um mehr als 2 Millionen.

Dass Autoassistenzsysteme das Autofahren sicherer machen, zeigen dagegen die Zahlen der getöteten Personen. Diese Zahl ist seit 2011 deutlich rückläufig. Das Statistische Bundesamt gibt hier einen Rückgang von mehr als 600 Personen an.

Fahrassistenzsysteme als Unterstützung für den Fahrer

Bis zum autonomen Fahren ist es nicht mehr weit. Erste Tests von selbstlenkenden LKWs werden derzeit auf der A9 Nürnberg – München getestet. Autoassistenzsysteme sind zumindest teilautonom, können also den Fahrer nicht ersetzen. Er bleibt weiterhin in der Verantwortung.

Aktuell gibt es rund 40 Autoassistenten, viele davon sind relativ unbekannt. Den höchsten Bekanntheitsgrad haben laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat (DVR) folgende Systeme:

  • Elektronische Einparkhilfe – 59 %
  • Elektronisches Stabilitätsprogramm – 51 %
  • Kurvenlicht – 37 %
  • Abstandsregler – 35 %
  • Notbremsassistent – 18 %
  • Spurhalteassistent – 18 %
  • Nachtsichtassistent – 15 %
  • Spurwechselassistent – 12 %

Einige Assistenzsysteme gibt es in Neuwagen bereits serienmäßig, andere sind als Extras bestellbar. So kann der Preis des Kraftfahrzeugs deutlich ansteigen, alternativ verzichtet man auf ein Stück Komfort und Sicherheit. Oder man greift auf einen Kredit zurück. Sein Auto finanzieren mit Auxmoney oder anderen Onlineanbietern bietet sich in diesem Fall an.

Die wichtigsten Assistenzsysteme auf einen Blick

Abstandsregeltempomat (ACC)Radarsensoren tasten bei diesem System die Fahrbahn ab. Wird ein langsameres Fahrzeug registriert, kann dieser Assistent die Geschwindigkeit automatisch reduzieren und in der Folge auch wieder erhöhen. Somit bleibt der Abstand zum Vordermann, der vorher eingegeben werden muss, gewahrt. Dank der Radartechnik funktioniert das Assistenzsystem bei jeder Wetterlage. Die Abkürzung ACC steht für Adaptive Cruise Control.
[FONT=&amp]Antiblockiersystem (ABS)[/FONT]Das Antiblockiersystem ist der wohl älteste Assistent, den es gibt. Seine Geschichte geht bis ins Jahr 1903 zurück, als ein Patent für einen Bremskraftregler – damals noch für Eisenbahnfahrzeuge – beantragt wurde. In einem PKW wurde es zum ersten Mal 1966 eingebaut, seit 2004 wird jedes Auto unter 2,5 t Gesamtgewicht mit ABS ausgestattet.

Das Antiblockiersystem sorgt bei Vollbremsungen dafür, dass die Räder nicht blockieren und man so die Kontrolle über sein Fahrzeug behält. Greift das System, wird der Bremsdruck automatisch wiederholt abgesenkt und angehoben.

EinparkhilfeUm dem Fahrer das Einparken zu erleichtern, gibt es die Einparkhilfe, die mittels Sensoren Ultraschallsignale aussenden. Durch das empfangene Echo weiß der Assistent, in welchem Abstand sich ein Hindernis zum Fahrzeug befindet. Die Distanz kann akustisch oder auch optisch und akustisch angezeigt werden.

Das System wird beim Einlegen des Rückwärtsganges aktiviert. Bei einer zusätzlichen Frontabsicherung schaltet sich das System ein, wenn eine festgelegte Geschwindigkeit unterschritten wird.

Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP)Sobald ein Fahrzeug aufgrund der Straßenverhältnisse droht, auszubrechen, schaltet sich das Stabilitätsprogramm ein. Dieses bremst gezielt einzelne Räder ab, sodass ein Über- und Untersteuern des Autos verhindert wird. So kann der Assistent aktiv Unfälle verhindern oder die Unfallschwere mindern.

Verbunden ist es mit dem Antiblockiersystem, der Antriebsschlupfregelung und einer elektronischen Bremskraftverteilung. Seit 2011 muss jeder Neuwagen über ein ESP verfügen.

Geschwindigkeitsregelanlage (GRA)Die Geschwindigkeitsregelanlage wird auch kurz Tempomat genannt. Dieser Assistent wird aktiviert, wenn der Fahrer eine gewisse Geschwindigkeit für längere Zeit einhalten möchte. Dabei ist das System mit der Benzineinspritzung verbunden, ein Gasgeben ist somit nicht mehr notwendig. Sobald die Bremse oder die Kupplung betätigt werden, schaltet sich das System aus.
[FONT=&amp]Kurvenlicht[/FONT]Das Kurvenlicht ist meist ein zusätzlicher Frontscheinwerfer (manchmal auch im Scheinwerfer integriert), der bei Kurvenfahrten die Fahrbahn besser ausleuchtet. Somit wird ein besseres Sichtfeld erzeugt. Das Kurvenlicht wurde zum ersten Mal 1918 in einem Fahrzeug verbaut.
[FONT=&amp]Müdigkeitswarner[/FONT]Dieses System analysiert das Lenkverhalten des Fahrers und errechnet daraus einen Müdigkeitsgrad. Ein Anzeichen ist, wenn der Fahrer kurze Zeit nicht lenkt und dann abrupt korrigiert. Der Müdigkeitswarner überwacht unter anderem auch die Geschwindigkeit, das Blinkverhalten und die Tageszeit. Wird eine Müdigkeit festgestellt, wird der Fahrer meist durch ein optisches oder akustisches Signal gewarnt.
[FONT=&amp]Nachtsichtassistent[/FONT][FONT=&amp]Da Fahrten bei Dunkelheit trotz Abblend- und Fernlicht zahlreiche Gefahren in sich bergen, kann ein Nachtsichtassistent helfen. Er arbeitet mit Infrarotlicht und zeigt dem Fahrer das Geschehen auf einem Bildschirm am Armaturenbrett an. So können andere Fahrzeuge, Fußgänger, Tiere oder andere Gefahren, die sich im vorderen Umfeld des Fahrzeugs befinden, schneller erkannt und gedeutet werden. [/FONT]
[FONT=&amp]Notbremsassistent (ANB)[/FONT]Ein Notbremsassistent beobachtet mit Hilfe von Sensoren und Kameras das Geschehen vor dem Fahrzeug. Es reagiert, wenn ein Hindernis auftaucht und es dadurch zur Kollision kommen könnte. Einerseits kann es den Fahrer beim Bremsen unterstützen, wird gar nicht gebremst, übernimmt das System die Bremsung eigenständig. Die Abkürzung ANB steht für Automatische Notbremsung.
SpurhalteassistentDieses Assistenzsystem erkennt die Fahrbahnmarkierungen und gibt Signale, wenn das Auto von der Spur abkommt, also beispielsweise zu nah an die Fahrbahnmarkierung gerät. Es gibt bereits Assistenten, die selbstständig gegenlenken.
[FONT=&amp]Spurwechselassistent[/FONT]Mit Hilfe von Sensoren überwacht der [FONT=&amp]Spurwechselassistent die Bereiche des toten Winkels links und rechts neben dem Fahrzeug. So erkennt er, wenn sich ein Fahrzeug schnell nähert oder sich ein anderes Hindernis im toten Winkel befindet. Gewarnt wird der Fahrer durch ein Symbol, das im Seitenspiegel erscheint. Es gibt bereits Systeme, die den Spurwechsel sogar verweigern und automatisch die Spur halten.[/FONT]

Autoassistenten sorgen für mehr Sicherheit, Unfälle werden dadurch vermieden

Weitere Assistenzsysteme

  • Anhänger-Stabilitätsprogramm
  • Antriebsschlupfregelung
  • Bergabfahrhilfe
  • Berganfahrhilfe
  • Beschleunigungs-Assistent
  • Elektronischer Bremsassistent
  • Elektronische Dämpferregelung
  • Elektronische Differenzialsperre
  • Kollisionswarn- und Schutzsystem
  • Lichtautomatik
  • Motor-Schleppmoment-Regelung
  • Reifendruckkontrollsystem
  • Spurerkennungssystem
  • Verkehrszeichenerkennung

Weitere Assistenzsysteme sind in der Entwicklung, wie etwa

  • Ampelassistent
  • Car2Car Communication
  • Fahrzeug-Umgebungs-Kommunikation
(Bildquellen:
chombosan – 671755273 / Shutterstock.com
Lisa S. – 392537986 / Shutterstock.com)

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