Aquaplaning: so schnell verlieren Reifen die Haftung - das richtige Verhalten

15.06.2018 12:39 Uhr | geronimo

Auch in diesem ‚Sommer‘ hat es bereits zahlreiche Tage mit Regen und sogar Starkregen gegeben. Wer dann mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich vor allem vor dem Aufschwimmen des Fahrzeugs in acht nehmen, das als Aquaplaning bekannt ist. Das geht nämlich schneller, als viele Autofahrer denken. Wie man sich dann verhält, erklären wir nachfolgend

Die wichtigsten Faktoren beim sogenannten Aquaplaning sind die Reifen und die Geschwindigkeit. Wie das zusammenhängt, hat jetzt der TÜV Süd vorgerechnet, der die Maximalgeschwindigkeit beim Aufschwimmen in Spurrillen mit acht Millimeter Wassertiefe in Abhängigkeit zur Profiltiefe ermittelt hat:

  • 8 mm Profil: 80 km/h
  • 3 mm Profil: 68 km/h
  • 1,6 mm (gesetzliche Mindestprofiltiefe): 54 km/h

Eine Faustregel besagt zudem, dass breitere Reifen etwas schneller ins schwimmen kommen als schmalere Pneus. Erkennbar ist das Aquaplaning an verschiedenen Warnsignalen. Dazu zählen:

  • Zunehmende Geräuschentwicklung durch Wasser unter dem Fahrzeug
  • Stetig leichtgängiger werdende Lenkung
  • Bei Frontantrieb durchdrehende Vorderräder
  • Plötzliches Aufheulen des Motors und ansteigen der Drehzahl

Bei starkem Regen gilt daher hauptsächlich eines: Fuß vom Gas und Geschwindigkeit reduzieren. Sofern die Haftung nachlässt sollten heftige Lenkbewegungen unbedingt vermieden werden, und keinesfalls mit eingeschlagenen Rädern auf einem Wasserfilm zu gleiten. Sobald die Reifen wieder Bodenhaftung bekommen, kann das Fahrzeug nämlich schlagartig ausbrechen. Bei plötzlich auftauchenden Gefahren empfiehlt der TÜV Süd zudem, mit voller Kraft bremsen und sich in die Hände des bei 99,9 Prozent aller Fahrzeuge vorhandenen Anti-Blockier-Systems (ABS) zu begeben. Und ganz wichtig: Sicherheitsabstand noch weiter erhöhen, da sich der Bremsweg verlängert und damit auf Probleme anderer Verkehrsteilnehmer reagiert werden kann. Diese können auch ein Indikator für drohendes Aquaplaning sein, etwa durch schlingern und große Wasserfontänen um den Vordermann herum.

(Bildquelle: Nokian)

Meinung des Autors

Aquaplaning ist eine oftmals unterschätzte Gefahr, die gefährlich für alle Beteiligten und auch für manchen Unbeteiligten sein kann. Wenn man ein paar Tipps beachtet, dann lässt sich das Risiko durch Aufschwimmen der Reifen aber deutlich verringern.
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