Aquaplaning: richtig Fahren bei starkem Regen

18.08.2017 13:20 Uhr | geronimo

Auch der diesjährige „Sommer“ ist gekennzeichnet durch viel Regen, der teilweise auch das normale Maß erheblich überschreitet. Sogenanntes Aquaplaning ist daher nicht wirklich eine Seltenheit. Um noch einmal auf die Gefahren sowie das richtige Verhalten hinzuweisen, veröffentlichen wir erneut unseren Ratgeber zu diesem Thema.

18.08.2015, 14:14 Uhr:
Gefühlt ist der Sommer erst einmal vorbei, und in den kommenden Wochen Richtung Herbst drohen weitere Regenfälle. Diese können mitunter auch stärker ausfallen, weshalb auf den Straßen das sogenannte Aquaplaning droht. Dabei können die Reifen die Wassermassen nicht mehr verdrängen, weswegen das Fahrzeug „aufschwimmt“ und schwer oder gar nicht mehr kontrollierbar ist. Wir verraten, wie man Aquaplaning erkennt und wie man sich richtig verhält

Gefahren durch Aquaplaning:

Bei starkem Regen droht ein durchgehender Wasserfilm auf der Straße, der verhindert, dass die Reifen vollständig oder überhaupt auf der Straße aufliegen. Somit können die Reifen auch nur eine schlechte oder schlimmstenfalls gar keine Verbindung mit der Straße aufbauen, was zu Kontrollverlust über das Fahrzeug führen kann. Besonders problematisch ist dabei, dass Assistenzsysteme wie ABS oder ESP in dieser Situation nur unzureichend oder überhaupt nicht funktionieren. Dadurch sind deutlich längere und unkontrollierbarere Bremswege sowie unvorhergesehenes Ausbrechen des Fahrzeuges möglich, was zu schweren Unfällen führen kann.

Aquaplaning erkennen:

Erste Warnzeichen können sehr schnell verschwindende Spuren vorausfahrender Fahrzeuge sein. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sehr viel Gischt bei vorausfahrenden oder nebenan fahrenden Autos beobachtet wird. Besonders gefährlich sind die rechten Fahrspuren mehrspuriger Schnellstraßen und Autobahnen, da dort durch den zahlreichen LKW-Verkehr entstandene Spurrillen oftmals die Entstehung von Aquaplaning begünstigen. Fahrzeuge mit geringer Profiltiefe leiden deutlich früher unter Problemen. Diese zeigen sich unter anderem dadurch an, dass die Lenkung leichtgängiger wird und möglicherweise nicht mehr wie gewohnt reagiert. In modernen Fahrzeugen kann zudem eine Signalleuchte auf die Verwendung der Schlupfkontrolle hindeuten, bei älteren Fahrzeugen kann es zu schwankender Motordrehzahl wegen durchdrehender Antriebsräder kommen. Besonders gefährdet sind Fahrer von Fahrzeugen mit Heckantrieb, weil sich darin das sogenannte Aufschwimmen der Vorderräder nur schwer erkennen lässt. Als Faustregel gilt für alle Autofahrer: spätestens wenn die schnellste Stufe des Scheibenwischers benutzt werden muss, droht Aquaplaning. Die maximale Geschwindigkeit sollte dann 80 km/h nicht überschreiten. Und noch ein Tipp: wenn man das Radio leider dreht, lassen sich erste Warnsignale wie Hochdrehen des Motors früher erkennen.

Was tun bei Aquaplaning:

Die oberste Prämisse lautet wie so oft: Geschwindigkeit reduzieren! Die zweite Regel lautet: Geschwindigkeit reduzieren! Denn Aquaplaning lässt sich in der Tat ganz einfach dadurch bekämpfen, dass man deutlich langsamer fährt. Dann bleibt den Reifen mehr Zeit, die Wassermassen durch die vorhandenen Rillen im Profil abzuleiten. Zudem baut sich vor dem Reifen keine oder nur eine kleine Welle auf, auf die das Fahrzeug bei niedrigerer Geschwindigkeit aber nicht aufläuft. Und dabei kommt die dritte Regel ins Spiel: je besser die Reifen, desto effektiver können diese das Wasser verdrängen. Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der richtige Luftdruck, der regelmäßig kontrolliert werden sollte. Je niedriger dieser unter den Vorgaben liegt, desto größer ist die Gefahr von Aquaplaning. Bei Aquaplaning in Spurrillen sollte möglichst versetzt zu diesen gefahren werden, gegebenenfalls empfiehlt sich auch ein Wechsel der Fahrspur, sofern dies ohne Behinderung des Verkehrs möglich ist.

Wenn es aber trotz unserer Empfehlungen zu einem massiven Aufschwimmen der Reifen kommt, sollte man keinesfalls panisch reagieren. Vor allem von (abrupten) Bremseingriffen wird dringend abgeraten, und auch (wildes) Kurbeln am Lenkrad sollte Tabu sein. Vielmehr sollte man als einfach nur von Gas gehen, denn die Reifen bekommen in der Regel schneller wieder Grip, als man glauben mag. In dieser Situation ist es gut, wenn die Räder in Fahrtrichtung zeigen, was aber nur dann der Fall ist, wenn vorher keine übertriebenen Lenkmanöver durchgeführt wurden. Sobald die Räder wieder greifen, kann man die Geschwindigkeit noch weiter reduzieren und die Fahrt lieber etwas langsamer, dafür aber sicher ans Ziel bringen.

(Mit Material von: ADAC
Bildquelle: Nokian)

Meinung des Autors

Aquaplaning ist eine unterschätzte Gefahr, die tödlich für alle Beteiligten sein kann. Wenn man ein paar Tipps beachtet, dann lässt sich das Risiko durch Aufschwimmen der Reifen aber deutlich verringern. Leider haben aber offenbar viele Autofahrer Probleme mit den beiden wichtigsten Hinweisen unseres Ratgebers.
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