Anforderungen für Oldtimer - Welche Punkte muss ein Wagen erfüllen um Oldtimer zu werden?

04.02.2019 15:48 Uhr | Zeiram

Einen Oldtimer zu fahren ist nicht nur etwas Besonderes, es hat heutzutage auch durchaus mehr Vorteile als früher. Neben dem Gefühl einen Klassiker zu fahren, der auch mit Gleichgesinnten verbindet, hat man unter anderem Begünstigungen bei Steuern oder auch in den neuen Umweltzonen. Welche Punkte ein Fahrzeug erfüllen muss um ein Oldtimer zu sein haben wir etwas genauer zusammengefasst.

Wie man historische Autos richtig versichern kann haben wir hier bereits erklärt und auch auf die Möglichkeit Oldtimer als Wertanlage zu nutzen haben wir hier bereits hingewiesen. Hier nun eine etwas ausführlichere Auflistung zu den zu erfüllenden Kriterien für einen Oldtimer.

Fast als wichtigster Punkt muss der Oldtimer vor mindestens 30 Jahren das erste Mal in den Verkehr gekommen sein und sich dazu noch weitgehend im Originalzustand befinden und Reparaturen müssen mit Originalteilen durchgeführt worden sein. Weniger streng bewertet werden dabei aber zum Beispiel auch Reparaturen die in den ersten 10 Jahren durchgeführt wurden, oder solche in denen man auf passende Teile innerhalb der Baureihe zurückgreifen musste weil es das Originalteil nicht mehr gab.

Theoretisch sind sogar Änderungen oder Reparaturen zulässig die eigentlich gar nicht dem Original-Zustand des potenziellen Oldtimers entsprechen, aber diese müssen dann eben bereits vor 30 Jahren oder mehr gemacht worden sein, so dass dieser Umbau selbst schon sozusagen historisch ist.

Das Fahrzeug muss laut Ansicht eines amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfers dann noch als Erhaltungswürdig eingestuft werden. Der Wagen sollte keine fehlenden Teile haben und darf in gewissem Maße benutzt aber nicht verbraucht sein. Patina und leichter Rost lassen sich in 30 Jahren nur schwer vermeiden, aber zu viel Rost verhindert den Oldtimer-Status.

Laut TÜV SÜD ist dann im Genauen auf folgende Punkte zu achten:

  • Original-FIN oder TP-Nr. muss vorhanden sein oder:
  • Fabrikschild nach § 59 StVZO oder EG-Ausführung vorhanden sein.
  • Motor-Nummer bzw. Motortyp/Kennzeichnung muss original und sichtbar sein.
  • Das äußere Gesamterscheinungsbild entspricht dem Originalzustand.
  • Nur originales und zeitgenössisches Erscheinungsbild zulässig.
  • Nur Originalwerkstoff oder. bei Anbauteilen anderer freigegebener Werkstoff zulässig.
  • Änderung der Fahrzeug- und Aufbauart unzulässig, außer:
  • Umbau Coupé in Cabrio oder Pkw in Lkw zulässig sofern offiziell genehmigt.
  • Nur zeitgenössische Farbgebung zulässig (z.B. keine modernen Lackierungen).

Umbauten oder Reparaturen an den folgenden Bereichen sind für Beantragung des Oldtimer-Status nur zulässig wenn sie mit Originalteilen, offiziell zugelassenen Nachfertigungen oder zeitlich passenden Umbauten vor über 30 Jahren gemacht wurden:

  • Karosserie
  • Rahmen und Fahrwerk
  • Motor und Antrieb
  • Bremsanlage
  • Lenkung
  • Reifen / Räder
  • Elektrische Anlage
  • Innenraum

Der Prüfer entscheidet, ob das Fahrzeug in allen Punkten die Voraussetzungen für einen Oldtimer erfüllt. Sofern diese nicht erteilt wird bekommt man auch die Gründe genannt und sieht dann, ob man diese noch entsprechend überarbeiten kann oder nicht. Eine Nachprüfung zur Oldtimerbegutachtung ist gegen eine Gebühr möglich.

Bildquelle: Pixabay

Meinung des Autors

Nur 30 Jahre reichen nicht aus damit aus einem Wagen ein Oldtimer wird. So manche kleinere und größere Hürde bzw. Vorgabe muss bestanden werden damit man offiziell ein historisches Fahrzeug hat.
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