Alkohol, Geschwindigkeit, Handy: Bußgelder im Ausland oftmals höher als in Deutschland

20.04.2015 13:41 Uhr | geronimo

Im vereinigten Europa ist fast alles gleichgeschaltet. Nur im Verkehr kocht nach wie vor jedes Mitgliedsland sein eigenes Süppchen, von den Nationen außerhalb der EU gar nicht erst zu reden. Das führt zu zahlreichen unterschiedlichen Regelungen, die man vor Reiseantritt kennen sollte. Und an die man sich auch halten sollte, denn im Ausland können Verkehrsverstöße deutlich teurer werden. als dies hierzulande der Fall ist

Bei den Tempolimits in Europa herrscht eigentlich nur in einem Punkt Einigkeit: innerorts darf (in der Regel) nicht schneller als 50 km/h gefahren werden. Doch außerhalb geschlossener Ortschaften ist Schluss mit dem Konsens, denn da gibt es fast unzählbar viele verschiedene Regelungen, wie unsere Grafik zeigt. Und auch bei der maximal zulässigen Geschwindigkeit gibt es zahllose Unterschiede, die Spanne reicht von maximal 100 km/h (u.a. in Norwegen) bis zu 140 km/h in Bulgarien und Polen. Die nachfolgende Grafik des ADAC zeigt die Werte in den einzelnen Ländern.

Doch nicht nur bei der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gibt es deutliche Unterschiede, sondern auch bei Bußgeldern wegen Tempoverstößen. Bei Überschreitungen bis 20 km/h werden im günstigsten Land Litauen ab 10 Euro fällig, während in Norwegen mindestens 420 Euro berappt werden müssen. In Deutschland sind für ein solches Vergehen maximal 35 Euro fällig. Ähnliche Unterschiede gibt es auch bei größeren Verstößen. Wer mehr als 50 km/h zu schnell ist, zahlt zwischen 45 Euro (Mazedonien) und 3.500 Euro (Großbritannien). Sonderfälle gibt es in Finnland und der Schweiz, wo Tagessätze in Abhängigkeit vom Einkommen festgelegt werden, wobei bei Besserverdienenden durchaus auch fünfstellige Beträge zusammenkommen können.

In anderen Bereichen sind die Unterscheide ähnlich groß, etwa beim Thema Alkohol am Steuer. Hier fängt es schon mit unterschiedlichen Grenzwerten an, die von 0,0 bis 0,8 Promille reichen. Die Strafen für Vergehen reichen von ab 40 Euro in Serbien bis hin zu über 7.000 Euro in Großbritannien oder 14 bis 120 Tagessätzen (ein Drittel eines Jahreseinkommens!) in Finnland. Auch bei anderen Verstößen hören die Differenzen nicht auf, wie die weiteren Werte für Rotlicht-, Überhol- und Parkvergehen sowie für die Nutzung eines Mobiltelefons und nicht erfolgtes Anschnallen zeigen. Die jeweils fälligen Beträge können der nachfolgenden Übersicht entnommen werden, wobei auch ein Blick auf die Fußnoten in der Tabelle ratsam ist.

(Bildquelle: Tim Reckmann 7 pixelio.de)

Meinung des Autors

Wer sich nicht an die Verkehrsregeln hält, wird zur Kasse gebeten. Und das ist im Ausland oftmals teurer als in Deutschland. Wie seht ihr das, ist es bei uns zu günstig oder ist es im Ausland zu teuer?

Ähnliche Artikel

Top